Startseite » Magazin » Wie man mit Wahrscheinlichkeitsdenken bessere Anlage-Entscheidungen trifft
Wie man mit Wahrscheinlichkeitsdenken bessere Anlage-Entscheidungen trifft

Wie man mit Wahrscheinlichkeitsdenken bessere Anlage-Entscheidungen trifft

Wahrscheinlichkeit ist ein Thema, das für viele Menschen nicht intuitiv verständlich ist. Zum einen, weil das Erahnen von Wahrscheinlichkeiten eine mathematische Angelegenheit und daher komplex zu verstehen ist. Zum anderen, weil wir uns oft zu sehr auf unsere Instinkte verlassen. Dabei kann sich das Beherrschen dieser Disziplin in vielen Bereichen als äußerst hilfreich erweisen – zum Beispiel beim Thema Finanzen! Wie das Wissen um Wahrscheinlichkeiten unsere Fähigkeit als Anleger stärken kann, wird hier genauer vorgestellt.

Die Regression zur Mitte

Wissen über Wahrscheinlichkeiten benötigt man überall im Finanzsektor, von der Wertpapieranlage bis hin zur häufig angepeilten Rente mit 50. Ein wichtiges Phänomen der Wahrscheinlichkeitsrechnung, von dem man auch beim Thema Finanzen profitieren kann, ist die sogenannte Regression zur Mitte. Dieser Begriff bezeichnet die Tatsache, dass Messwerte im längerfristigen Verlauf dazu tendieren, sich an den erwartbaren Mittelwert anzunähern.

Ein einfaches Beispiel ist die Geldanlage in Aktien: Bei der Anlage sieht man immer wieder Beispiele von Unternehmen, deren Kurse gerade extrem stark steigen. Hier lohnt sich also eine Investition, sollte man meinen! Doch in Wahrheit ist es ratsamer, sich den Kursverlauf über einen längeren Zeitraum hinweg anzuschauen. Denn meistens sind die starken Steigungen nur vorübergehende Ausreißer, die sich im längerfristigen Mittel wieder ausgleichen.

Ein intuitives Verständnis für das Phänomen der Regression zur Mitte lässt sich erhalten, indem man sich Beispiele aus der Welt des Sports ansieht: Wenn der FC Bayern München in der Bundesliga zum Beispiel überraschend gegen Hoffenheim verliert, wie die Abendzeitung-München berichtete, dann wird von der Presse schnell eine Krise herbeigeredet. Tatsächlich ist es jedoch normal und erwartbar, dass auch die eindeutig bessere Mannschaft ab und an gegen den Außenseiter verliert – die Regression zur Mitte gleicht dies langfristig aber aus. Selbiges geschah 2019 im Motorsport, als in der Formel 1 nach Monaten der Mercedes-Dominanz das Ferrari-Team drei Siege am Stück einfuhr – hatte sich das Kräfteverhältnis geändert? Nein, im späteren Verlauf der Saison wurden die Ausreißer nach oben wieder ausgeglichen und Mercedes errang mühelos den Titel.

Dieses Wissen kann man auch bei der Geldanlage verwenden. Wenn zum Beispiel eine Anlage danebengeht, sollte man nicht in Panik verfallen, sondern ruhig und sachlich nachprüfen, ob hier vielleicht einfach ein nicht erwartbarer Ausreißer am Werk war. Wenn ja, dann wird sich die Rendite mit Sicherheit später wieder zum gewünschten Wert hin ausgleichen. Kompetent angewandt, kann dieses Wissen den Gewinn bei der Geldanlage erhöhen!

Risiken korrekt einschätzen

Menschen schätzen Risiken zu hoch ein und lehnen daher oft die Möglichkeit zu rentablen Geschäften ab. Das hat Nobelpreisträger Daniel Kahneman in seinem Buch „Schnelles Denken, langsames Denken“ herausgefunden, den man bei Amazon bereits für unter 15 Euro bestellen kann. Einer der Gründe für verpasste Gewinne ist, dass wir unsere Anlagen zu selten diversifizieren. Aktienfonds zum Beispiel sind eine Anlagemethode mit hoher Rendite, wie Finanzen gut erklärt. Dennoch ist es möglich, dass eine Anlage mit 70-prozentiger Erfolgswahrscheinlichkeit nicht profitabel ist.

Die simple Lösung: Diversifizierung! Wie die Wahrscheinlichkeitsrechnung uns lehrt, ist es so gut wie unmöglich, Geld zu verlieren, wenn man in eine Vielzahl lukrativer Anlagen mit guten Erfolgsaussichten investiert. Das nennen Wissenschaftler das Gesetz der großen Zahlen. Daher raten Experten dazu, das eigene Portfolio zu erweitern. So steigert man die Chancen auf einen Gewinn – selbst, wenn es sich intuitiv anders anfühlt. Es gilt also: Nicht nur auf das bewährte Girokonto sollte man setzen! Ein kalkuliertes Risiko zahlt sich aus.

Auch hier können Alltagsbeispiele helfen, das Konzept zu verstehen. Glücksspiele zum Beispiel haben weniger mit Glück zu tun, als man denkt. So hat jedes Blatt beim Poker eine Wahrscheinlichkeit; die für ein Full House beträgt bei fünf aus 42 Karten 0,144 Prozent, die für ein Paar 42,3 Prozent. Viele Casino-Spiele wie Poker oder Blackjack sind genau aus diesen Gründen zwar einfach zu verstehen aber schwer zu meistern, weswegen sie im Netz bei etablierten Anbietern wie Betway so populär sind. Auch beim Roulette sind die Wahrscheinlichkeiten immer gleich, weswegen Profis diese Informationen gerne nutzen, um ihre Chancen über mehrere Runden hinweg zu optimieren. Nicht ein einzelnes Spiel zeichnet den Profi aus, sondern der Gesamtverlauf.

So verhält es sich auch bei Gesellschaftsspielen, die ihre Popularität aus der Mischung aus Glück und Taktik beziehen. Wer bei Spielen wie Monopoly viele Straßen erwirbt, erhöht beispielsweise ebenfalls die Wahrscheinlichkeit auf den Sieg. Zwar kennt jeder Spieler die Situation, dass man trotz der richtigen Taktik verliert, aber betrachtet man langfristig mehrere Spiele, so zeichnet sich die mathematisch beste Strategie zwangsläufig aus.

Der Ratschlag zur Diversifizierung des Portfolios gehört aus diesen Gründen also zu den besten Tipps fürs erfolgreiche Investieren.

Fazit

Das Wissen um Wahrscheinlichkeiten erleichtert die Geldanlage ungemein. Natürlich gibt es noch weitere Wege, die Gehirnleistungen zu steigern. Doch gerade beim Thema Finanzen ist eine fundierte Grundlage über Wahrscheinlichkeitsrechnung perfekt geeignet, um bessere Entscheidungen bei der Anlage zu treffen.

Artikel bewerten