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Kostenlos Falschparken?! Geniale Idee oder Verkehrsbehinderung?

Kostenlos Falschparken?! Geniale Idee oder Verkehrsbehinderung?

Vor allem in Städten ist das Falschparken ein leidiges Thema für alle Beteiligten: Die Autofahrer beklagen sich, weil viel zu wenig Parkplätze vorhanden sind und sie deshalb förmlich dazu gezwungen sind, ihr Auto auf dem Gehweg oder an anderen ungünstigen Orten abzustellen und ein Knöllchen zu riskieren, wenn sie schnell ein paar Besorgungen machen müssen. Oder sie laufen meilenweit für ein paar Brötchen und ein paar Hundert Gramm Wurst vom nächsten Parkplatz – wenn sie denn einen finden. Abhilfe für Autofahrer soll der Dienstleister CAYA mit seiner aktuellen Aktion „Ihr nächstes Knöllchen? Das zahlen wir.“ schaffen. Autofahrer sollten das aber keineswegs als Animation dazu auffassen, überall zu parken, wo sie wollen. Das kann nämlich dann so richtig teuer werden.

Was ist CAYA?

Bei CAYA handelt es sich um eine Art digitalen Briefkasten. Die Nutzer können ihre Post an den Dienstleister weiterleiten, der sie digitalisiert und versendet. Der Nutzer kann also von überall aus seine Briefpost online empfangen mit CAYA, egal, wo er sich gerade befindet. Empfängt ein Nutzer ein Knöllchen über den Dienstleister, zahlt er es bequem mit der PayNow Funktion und reicht es an CAYA weiter – Der Nutzer bekommt dann den kompletten Betrag auf sein Konto erstattet.

Eine Animation zum Falschparken?

Mit Sicherheit dürfte diese Aktion wohl ziemlich kontrovers diskutiert werden, weil das so mancher Autofahrer vielleicht als Freibrief auffasst, sein Auto auf dem Behindertenparkplatz oder vor der Feuerwehrzufahrt abzustellen. Das könnte die Autofahrer aber ziemlich teuer zu stehen kommen. Denn unter bestimmten Voraussetzungen kassieren sie für das Falschparken nicht nur ein Knöllchen, sondern auch einen Punkt in Flensburg. Und möglicherweise ist das Auto gar nicht mehr da, wenn der Fahrer zurückkommt. Denn falsch geparkte Autos können auch abgeschleppt werden, was für den Halter ebenfalls teuer wird.

Wann gibt es Punkte für Falschparker?

Die Tatsache, dass ein Auto falsch geparkt wurde, beschert dem Fahrer noch keinen Punkt in der „Flensburger Verkehrssünderdatei“. Allerdings kommt es stark darauf an, wo das Auto falsch abgestellt wurde. Versperrt das parkende Auto nämlich einen Rettungsweg oder behindert Einsatzfahrzeuge, bedeutet das neben dem Bußgeld auch einen Punkt in Flensburg.

Wann darf ein parkendes Auto abgeschleppt werden?

Parkt ein Autofahrer sein Fahrzeug so ungünstig, dass es abgeschleppt wird, kommt ihn das richtig teuer zu stehen. Denn in aller Regel berechnet das Abschleppunternehmen dafür einen Betrag in Höhe von 200 bis 400 Euro. Hinzu kommt noch der Fahrtweg zum Depot, auf welchem das Fahrzeug abgestellt wird, was natürlich auch der Fahrer bezahlen darf.

Abgeschleppt werden Fahrzeuge, wenn sie andere Verkehrsteilnehmer oder den Verkehrsbetrieb gefährden. Beispielsweise, wenn das Fahrzeug in einer Sicherheitszone abgestellt wird oder eine Feuerwehrzufahrt blockiert. Frei bleiben müssen ebenso Lieferwege und die Zufahrten von Tiefgaragen. Auch wenn das Fahrzeug auf einem Privatparkplatz abgestellt wurde oder Einfahrten zu privaten Grundstücken zugeparkt wurden, können die Eigentümer das Abschleppen veranlassen.

Ist die Aktion von CAYA eine gute Idee oder bodenloser Leichtsinn?

Der Service, mit dem CAYA auf sich aufmerksam macht, ist zweifellos kontrovers. Kunden, die sich für das Angebot von CAYA interessieren, profitieren erst einmal davon und können das Gratis-Knöllchen durchaus als eine Art Willkommensbonus betrachten. Schließlich kommt es nicht allzu selten vor, dass tatsächlich einmal keine Zeit für die Parkplatzsuche bleibt, und meist gibt es eben genau dann ein Knöllchen.

Ein nicht zu unterschätzender Nachteil besteht natürlich darin, dass so mancher Autofahrer dadurch zum Falschparken animiert werden könnte – weil das Knöllchen ja eh bezahlt wird. Das aber ist aus den oben genannten Gründen keine allzu gute Idee.

Fazit: Kassiert ein Autofahrer ein Knöllchen für Falschparken, ohne jemanden zu behindern, ist dieses Angebot durchaus interessant und hilfreich. Ausnutzen sollte man es aber natürlich nicht, zum einen aus der Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber, zum anderen, weil Strafen weitreichender als einfacher Strafzettel werden können.

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