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Weniger Plastikmüll im Haushalt produzieren – so gehts!

Die Medienberichte über mit Plastikmüll verdreckte Meere und Strände sind verstörend und erschreckend. Plastikstrudel im Ozean, verhungerte Wale, deren Mägen vor Plastik überquellen, Plastikflüsse oder Mikroplastikpartikel – die Überversorgung mit dem nicht verrottenden Rohstoff ist ein globales Problem geworden. Die Regionen, wo idyllische Strände vor lauter Müll nicht mehr zu erkennen sind, liegen fernab, die Probleme fangen jedoch vor der eigenen Haustür an. Mit einfachen Mitteln kann auch hierzulande jeder Haushalt der Plastikverschmutzung entgegen steuern.

 

Vermüllung unserer Natur

Die Vermüllung unserer Natur ist ein überbordendes Problem geworden.

Die Plastikflut ist global und regional

Das Plastikproblem ist nicht nur in den Weltmeeren oder in Asien vorzufinden. Laut Medienberichten ist der Rhein, der größte Fluss Europas auch in hohem Maße belastet mit Mikropastik – vor allem im dicht besiedelten Ruhrgebiet. Bei Mikroplastik handelt es sich um Plastikteilchen in der Größe von 0,3 bis 5 Milimeter Durchschnitt. Forscher der Universität Basel haben dazu im Jahr 2015 Messungen durchgeführt und im Rhein einer der höchsten weltweit gemessenen Konzentrationen von Mikroplastik gefunden. Das bedeutet: Einen Spitzenwert von über 3,9 Millionen dieser Partikel pro Quadratkilometer! Riesige Mengen ergießen sich direkt in die Nordsee. Nach einer erfolgreichen Sanierung des vor 40 Jahren vergifteten Rheins ist nun die Plastikverseuchung gekommen.

Mit dem bloßen Auge kaum sichtbar, gelangen so jeden Tag gigantische Mengen der winzigen Plastikpartikel ins Meer. Diese werden von Fischen und anderen Lebewesen aufgenommen und gelangen gebraten wieder auf unseren Tisch. Auch in der Donau verdrängen Plastikpartikel in ihrer Anzahl zunehmend die dort befindlichen Fischlarven.

Plastikmaterialien sind massenhaft in vielfältigen Formen und Ausformungen billig produzierbar. Schnell hergestellt, aber ewig haltbar. Manche Experten sprechen davon, dass es hunderte von Jahren dauern kann, bis die Kunststoffe wieder verschwunden sind aus der Umwelt. Zeit zum Handeln und zwar ganz praktisch!

Sinnvoll und umweltfreundlich verpacken!

Gerade bei der Verpackung von täglich genutzten Produkten kann viel getan werden, um umweltfreundlich zu agieren. Verpackungsmaterialien sollten nicht nur schön, aufregend und nützlich sein, sondern möglichst gut recycelbar und umweltfreundlich. Im Zeitalter der Online-Bestellungen werden in immer größeren Massen an Verpackungsmaterialien verbraucht. Recyclebare Verpackungsmaterialien wie Verpackungschips aus Mais sind da eine umweltfreundliche und kostengünstige Alternative. Die Chips kommen in Einsatz, um manche Kartongrößen auszufüllen und um die Waren vor Verrutschen oder Feuchtigkeit zu schützen. Statt den üblichen Polsterchips aus Kunststoff sind diese kompostierbar und biologisch abbaubar.

Wichtige Kriterien für umweltfreundliches Verpacken

Gerade Händler und Versandunternehmen können mit dem Einsatz von bewusst gewählten Materialien punkten. Doch auch Verbraucher und Kunden haben mit den Verpackungen zu tun. Die wichtigsten Kriterien für umweltschonendes Verpacken sind:

  • Monomaterialien statt Verbundstoffe. Diese sind einfacher zu recyceln und danach wiederzuverwenden.
  • Wenig Verpackungsmaterial verwenden. Je dünner und einfacher die Verpackung, umso weniger Müll fällt insgesamt an – dies spart auch Kosten!
  • Verpackungsmaterial trennen. Die gesendeten Pakete können Verbraucher nach Materialien trennen und verantwortungsvoll entsorgen – und zwar in die dafür aufgestellten Container.

Es gibt einige Unsinnigkeiten in unserer schönen bunten Warenwelt, die vermeidbar sind: In große Kisten und aufwendig verpackte kleine Einzelteile sind genauso überflüssig wie mehrfach verschweißte Lebensmittel. Jeder Verbraucher kann zudem darauf achten, statt online öfter vor Ort zu kaufen und nicht jedes unpassende Produkt wieder aufwendig zurückzusenden. Das hilft, Transportkosten zu sparen und die dadurch entstehenden Umweltbelastungen zu vermeiden.

Pfandglas

Wer öfter zum Pfandglas statt zum Plastikbecher greift, hilft den Plastikberg zu verringern.

Augen auf beim Kauf: überflüssige Verpackungen vermeiden

Bevor ein riesiger Müllberg verarbeitet werden muss, sollte er möglichst gar nicht erst so groß werden. Auch bei der Auswahl und dem Kauf von Lebensmitteln kann jeder Verbraucher dazu beitragen, dass kein unnötiger Verpackungsmüll anfällt. In manchen Großstädten erlangen erste komplett verpackungsfreie Geschäfte sichtbare Erfolge.

  • To-Go-Produkte vermeiden. Unser immer schnellerer Lebensstil produziert ebenso schnell konsumierbares Essen. Gerade die mundfertig verpackten Portionen strotzen vor Plastikverpackung – und sie sind fast immer teurer als das größere, unverpackte Original. Öfter mal das gekochte Essen von zuhause mit in die Arbeit zu nehmen und dort aufzuwärmen, geht auch.
  • Glas statt Plastik und Pfandgläser statt Plastikbecher. Joghurt oder Milch gibt es auch in Glasbehältern, diese sind zwar schwerer, aber nach Gebrauch wiederverwendbar auch für andere Lebensmittel. Das Trinkwasser aus einer Glasflasche ist außerdem garantiert schadstofffrei. Trinkwasser in Plastikflaschen ist möglich, beispielsweise bei der Verwendung von Wassersprudlern. Sie sind nicht nur in der Anschaffung, sondern auf längere Sicht günstiger und eine gute ökologische Alternative.
  • Keine verschweißten Lebensmittel. Ob Bio oder nicht – Lebensmittel müssen nicht in Plastik verpackt sein, frisches Brot ebenso wenig wie Gemüse oder Obst. Ein guter Nebeneffekt: Zweifelhafte Zusatzstoffe gelangen ohne Plastikverpackung gar nicht erst in die Nahrung.
  • Lebensmittel von der Frischetheke. Es gibt die Frischetheke zwar nicht mehr in allen Supermärkten, wo vorhanden, sollte sie ein Kunde allerdings auch nutzen: Käse oder Wurst am Stück oder in Scheiben kommen idealerweise dann direkt in ein mitgebrachtes Gefäß, was zuhause wiederverwendet wird.
Plastikstrohhalme

Schön bunt, aber nach einem Mal weggeworfen: Plastikstrohhalme gehören zu den vermeidbaren Alltagsgegenständen aus Kunststoff. 

Jute statt Plastik. Wiederverwenden oder gar nicht erst kaufen

In Sachen Plastiktüten tut sich langsam etwas. In einigen Ländern der Welt ist die Verwendung von Plastiktüten verboten, Statistiken über den Verbrauch in der EU weisen nach, dass der Verbrauch auch hierzulande sinkt. Die Politik hat reagiert und neue EU-Verpackungsrichtlinien eingeführt. Immer mehr Verbraucher greifen zu wiederverwendbaren Tüten ohne Plastik. Schön bedruckte Beutel aus umweltfreundlichen Materialien liegen voll im Trend. Öko ist hip geworden.

Auch wenn wir uns an viele schöne Konsumartikel gewöhnt haben – sie sind heutzutage angesichts der Müllberge höchst überdenkenswert: Strohhalme, Plastik-Einweggeschirr, Kosmetik mit Mikroplastik oder gratis in Mengen ausgegebene Plastiktüten sind vermeidbar und nicht wirklich notwendig.

Fazit: Kleine Verhaltensänderungen können Großes bewirken

Viele Tipps für eine umweltfreundlichere Konsumhaltung sind mit einfachen Verhaltensänderungen umzusetzen. Natürlich werden wir tagtäglich verführt und in unserer Bequemlichkeit angesprochen. Da geht es zum Teil schlicht und einfach um Gewohnheiten, die wir ändern müssen. Eine wiederverwendbare Tasche dabei zu haben, ist mit einem Mal umsetzbar. Mit jedem Kauf, bei dem wir auf den Müll geachtet haben oder den Kaffee nicht im Laufen aus einem Einweg-Becher trinken, tragen wir zur Umgewöhnung bei. Das erzeugt ein besseres Gewissen und damit ein besseres Gefühl inmitten unseres Wohlstandes.

 

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