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Schleifpapier: Tipps und Tricks für beste Schleifergebnisse

Schleifpapier: Tipps und Tricks für beste Schleifergebnisse

Schleifpapier in verschiedenen Körnungen gehört fest in die Grundausstattung jeder gut bestückten Werkstatt oder Werkzeugkiste. Seine Einsatzgebiete reichen von kleinen Lackausbesserungen bis hin zur umfangreichen Holzbearbeitung, Rostentfernung oder dem Schleifen von Wänden und Decken. Je nach Anwendung benötigen Handwerker unterschiedliche Schleifpapiere, um jeweils ansehnliche Schleifergebnisse zu erzielen. Das sollten Sie über Schleifpapier wissen:

Schleifpapier hat viele Namen

Ist von Schleifpapier die Rede, fallen oftmals auch die Begriffe Schmirgel- oder Glaspapier. Am geläufigsten bleibt jedoch die Bezeichnung Sandpapier. Dies geht zurück auf die frühere Zusammensetzung des Schleifpapiers, bei welcher für die Körnung vorrangig Sand zum Einsatz kam. Heute bestehen die Körnungen aus künstlich hergestellten Materialien wie etwa Aluminiumoxid, Bornitrid oder Siliziumcarbit. Teilweise sind die Papiere auch mit Diamanten bestückt. Der Vorteil gegenüber dem Naturmaterial Quarzsand liegt auf der Hand: die Körnungen sind härter und damit beständiger. Die moderne Produktion von Schleifpapieren erfolgt nach der DIN 69100. Steht auf der Rückseite des Papiers vor der Korngrößenangabe noch ein P, entspricht die Herstellung sogar den höheren Qualitätskriterien der DIN 69176.

Die Einsatzgebiete des Schleifpapiers

Einen Kratzer im Lack ausbessern oder Metall von Rost befreien – mit dem richtigen Schleifpapier stellt dies kein Problem dar. Grundsätzlich kommt Schmirgelpapier vor allem auf Holz, Metall, Stein oder Lacken zum Einsatz. In der Form variiert das Sandpapier, abhängig davon, ob es für den Handschliff oder auf Maschinen verwendet wird. So existieren etwa Schmirgelpapiere in Bogenform, als Klett- oder auch Klebeversion.

Schleifpapier und seine Körnungen

Auf der Rückseite jedes Schmirgelpapiers ist dessen Körnung nachzulesen. Nach der DIN 69176 finden Körnungen von 12 bis zu 5000 Anwendung. Je kleiner die angegebene Zahl, desto gröber das Korn. Die Maßeinheit für die Körnung wird wiederum in Mesh angegeben, also die Maschenanzahl eines Siebes pro vorhandenem Zoll. Ein Zoll wiederum entspricht 25,4 mm. Darüber hinaus nimmt die Streuung der Körnung Einfluss auf das spätere Schleifergebnis. Experten sprechen bei Schleifpapier von offenen und geschlossenen Streuungen. Bei letzterer liegen die Schleifkörner so dicht nebeneinander, dass von einer kompletten Oberflächenbedeckung die Rede sein kann. Offene Streuungen bedecken hingegen nur zwischen 50 % und 70 % der Oberfläche.

Fein – mittel – grob: die Anwendung der Körnungen

Im Allgemeinen lassen sich die Anwendungsgebiete entsprechend der Körnungen in fein, mittel oder groben Abschliff unterteilen. Besonders viel Abtrag erreicht man, beispielsweise für einen Anschliff auf Holz, mit einer Körnung von 40 bis 120. Mittlere Körnungen zwischen 150 und 180 eignen sich besonders zum Schleifen von Metallen, der Bearbeitung von Rost oder der Entfernung von Lacken auf hölzernen Untergründen. Der Feinschliff mit einer Körnung von 220 bis 360 erzielt am wenigsten Abtrag, dafür werden die Spuren des groben Schleifpapiers hervorragend beseitigt und die Oberfläche für eine spätere Versiegelung durch Öl oder Lack plan geschmirgelt. Besonders feines Schleifpapier mit einer Körnung von 5000 verwenden in der Regel nur Lackierer für hochwertigste Lackarbeiten.

Schleifmaschinen und ihre Anwendungsgebiete

Wurde früher nur von Hand mit einem Handschleifklotz geschliffen, haben es heutige Handwerker vielfach leichter. Elektrische Schleifwerkzeuge machen das oft aufwendige Abschmirgeln von Holz, Metall oder Stein zum Kinderspiel. Je nach zu bearbeitender Fläche kommen verschiedene Geräte zum Einsatz:

  • Große Flächen: mit Abstand am häufigsten kommen für große Flächen Schwing- oder Bandschleifer zum Einsatz. Schwingschleifer erzielen ein besonders feines Schleifergebnis, Bandschleifer arbeiten linear und führen dementsprechend nicht zu kreisförmigen Schleifspuren.
  • Rundungen und gewölbte Flächen: hierfür eignet sich ein Exzenterschleifer, der durch seine Schwingbewegung Material abträgt.
  • Nischen, Kanten, Ecken: Schwer zugängliche Bereiche werden am einfachsten mit einem Dreieckschleifer, auch Deltaschleifer genannt, bearbeitet.
  • Wände und Decken: Für diese Anwendung existieren spezielle Tellerschleifer, die auch als Langhals-Schleifer bezeichnet werden. Die sehr großen Schleifscheiben kommen vorrangig im Trockenbau zum Einsatz.

Fazit: Schleifpapier trägt auch den Namen Sand- oder Schmirgelpapier. Um beste Schleifergebnisse zu erzielen, müssen die Körnung sowie die Streuung auf das zu bearbeitende Material bzw. das Arbeitsgerät abgestimmt werden.

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