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Konstruktiver Journalismus statt Meinungsmache wird in Deutschland immer gefragter

Konstruktiver Journalismus statt Meinungsmache wird in Deutschland immer gefragter

Berichterstattung, welche nicht nur auf Missstände aufmerksam macht, sondern auch mögliche Auswege zeigt: das ist konstruktiver Journalismus. Genau dieser wird in Deutschland immer gefragter. Warum dem so ist und wie konstruktiver Journalismus aussieht, erklären wir in folgendem Ratgeber.

Wirkung des konstruktiven Journalismus

Wer den Fernseher oder das Radio einschaltet, hat oft das Gefühl von Krieg, Naturkatastrophen, Kriminalität und ähnlichem erschlagen zu werden. Täglich wird über verschiedene Probleme und Missstände berichtet. Sensible Menschen nehmen sich das sehr zu Herzen und trauen sich oft schon gar nicht mehr, die Neuigkeiten aus der Welt zu verfolgen. Dies ist nicht wirklich verwunderlich, da durch die übliche Berichterstattung schnell ein negatives Weltbild entsteht. Das Publikum wird mit negativen Themen konfrontiert, damit allerdings alleine gelassen, weshalb es sich zum Teil frustriert abwendet. Dies ergab auch eine FORSA-Umfrage, bei welcher knapp die Hälfte aller Befragten angab, dass ihnen die Nachrichten zu problembeladen seien.

Besonders jüngere Zuschauer wünschen sich mehr konstruktiveren Journalismus. Dieser soll eben nicht nur die Probleme und Missstände aufzeigen, sondern auch mögliche Lösungen oder Handlungsansätze bieten. Durch den Blick auf die Zukunft gibt diese Form des Journalismus dem Betrachter Perspektiven und Hoffnung.

Zudem soll der konstruktive Journalismus bestimmte Effekte beim Publikum erreichen: auf der Mikroebene, der Makroebene und der Mesoebene. In einem Experiment wurde die Wirkung des konstruktiven Journalismus getestet. Auf der Mikroebene zeigte sich, dass diese Form des Journalismus einem negativen Weltbild entgegenwirken kann, da der Nutzer durch die konstruktiven Beiträge einen Lösungsansatz erkennt und Hoffnung bekommt. Dies sorgt zudem dafür, dass er sich emotional besser fühlt. Immer mehr Menschen sind zudem bereit, sich über konstruktive Beiträge auszutauschen und diese zum Beispiel in den sozialen Netzwerken zu teilen. Daher kann auf der Makroebene vermutet werden, dass das gesellschaftliche Engagement und die positive Nachahmung durch konstruktiven Journalismus steigen werden. ebenso gibt es auf der Mesoebene klare Anzeichen dafür, dass ein Medium, welches konstruktiv recherchiert und berichtet, von den Nutzern über längere Zeit als positiv und hilfreich wahrgenommen wird. Hier zeigt sich sehr deutlich, dass dieses Berichterstattungsmuster zukunftsträchtig und vorteilhaft ist.

Konstruktiver Journalismus – die Berichterstattung der Zukunft?

Immer mehr Journalisten und Medienexperten vertreten die Meinung, dass schlechte Nachrichten die Medien zerstören und mit dem neuen Ansatz des konstruktiven Journalismus die Menschen wieder berührt werden können.  Freunde dieses Ansatzes rufen Journalisten dazu auf, nicht nur Geschichten zu produzieren, welche viele Klicks generieren oder gut für die eigene Karriere sind. Journalismus sollte somit auch auf Morgen fokussiert sein und ausgeglichen berichten. Meinungsmache wird in unserer digitalen Welt ein immer größeres Thema. Der Mensch neigt dazu, Entscheidungen oder Meinungen nicht auf Fakten auszurichten, sondern eben auf das, was er auffasst. Durch die vielfältig negative Berichterstattung und die digitalen Möglichkeiten ist ein Bild von der Welt entstanden, das an vielen Stellen schlichtweg falsch ist. Mit konstruktivem Journalismus könnte zudem dem Vorwurf der Lügenpresse entgegengewirkt und die Glaubwürdigkeit der Medien verbessert werden. Dazu gehört auch, dass Journalisten einmal Themen in den Blick nehmen, die sonst eher tabubehaftet sind.

Konstruktiver Journalismus – so geht‘s

Seit 2015 gibt es immer mehr Redaktionen, die sich dem konstruktiven Journalismus verschrieben haben. Ein positives Beispiel für den konstruktiven Online-Journalismus ist das Onlinemagazin „Perspektive Daily“. Die Redaktion veröffentlicht lediglich einen Artikel pro Tag, der zudem nie tagesaktuell ist und verschiedenste Themen behandelt. Der Schwerpunkt bei jedem Artikel liegt auf dem Lösungsorientierten. Für fünf Euro im Monat bekommen Interessierte einen Zugang zu allen Artikeln.

Auch im Fernsehen wird konstruktiver Journalismus gerne gesehen, so zum Beispiel die Reportagen, Dokumentationen oder Verbrauchermagazine der META productions. Die Berliner Produktionsfirma setzt sich bereits seit 1992 dafür ein, umfangreiche Fragen zu beantworten oder schwierige Fälle aufzuklären.

Konstruktiver Journalismus statt Meinungsmache wird in Deutschland immer gefragter
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