Glasverarbeitung: Ein unterschätztes Handwerk

Jeder hat zu Hause Glas in den unterschiedlichsten Formen: Ob als Fenster, als Trinkglas, als Blumenvase. Glas ist ein extrem vielseitiges Material, das aber erst einmal in die richtige Form gebracht werden kann.

Glas in Form bringen

Bevor man etwas mit Glas anfangen kann, muss es in Form gebracht werden. Denn Glas ist von der Sache her Siliciumdioxid – damit sich etwas daraus formen lässt, wird jede Menge Energie benötigt und selbst dann ist das Glas noch nicht nutzbar. Es kommt hier auf den richtigen Zeitpunkt für die Verarbeitung an. Denn bei zu hohen Temperaturen ist das Glas zu flüssig und lässt sich nicht formen, bei zu niedrigen Temperaturen wird es fest und spröde, wie man Glas eben kennt. Will man ausgefallenere Dinge mit Glas herstellen als Trinkgläser oder genormte Fensterscheiben helfen Maschinen nicht mehr weiter.

Es gibt kein perfektes Glas

Beim Glas ist es ein bisschen wie bei Metall: Die Mischung der Bestandteile bestimmt die Eigenschaften. Perfektes Glas gibt es in dem Sinne nicht. Je nach gewünschten Eigenschaften kann man Glas zwar speziell herstellen, aber dafür tun sich meist andere Nachteile auf, die zuweilen in Kauf genommen werden. Beispielsweise kann man Glas sehr robust machen (Panzerglas), das dann aber relativ dick und damit schwer sein muss. Denken Sie dabei einfach an zwei praktische Beispiele: An eine Schaufensterscheibe werden andere Ansprüche gestellt als an ein Trinkglas. Eine Schaufensterscheibe muss vor allem stabil sein. Wie schwer sie ist, interessiert dabei nicht. Ein Trinkglas sollte nicht zu schwer sein, aber dennoch möglichst robust. Bei einem Trinkglas kann man aber über die Form noch einige Vorteile herausholen, was bei der Schaufensterscheibe nicht gegeben ist.

Maßanfertigung

Es ändert nichts: Sobald man etwas benötigt, das sich nicht per Massenproduktion lösen lässt, muss das Handwerk ran. Es gibt eine ganze Reihe von Spezialisten zum Thema Glasverarbeitung, beispielsweise Hero Glas. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass ihr Tun noch echtes Handwerk ist. Jeder Schritt wird per Hand durchgeführt und erlaubt so größte Präzision und höchste Flexibilität. Auf diese Weise können auch zu Bruch gegangene kunstvoll gestaltete Scheiben, wie sie etwa in Kirchen zu finden sind, ersetzt werden.

Verschiedene Glasfarben

Wie kommt eigentlich die Farbe ins Glas? Kunstvolle scheiben oder auch Getränkeflaschen sind häufig farbig. Während Glas normalerweise durchsichtig ist und in den meisten Fällen auch so benötigt wird, ist es manchmal gewollt, dass es andere Farben annimmt. Bier ist beispielsweise nicht ohne Grund meist in braunen Flaschen verpackt. Dadurch wird UV-Licht abgehalten, um zu verhindern, dass chemische Reaktionen in der Flasche stattfinden, die den Geschmack verändern. Während bei einer Autoscheibe eine evtl. vorhandene Farbe durch eine Beschichtung erreicht wird, ist das bei der Glasverarbeitung anders. Hier sind die Farben „echt“, das heißt, sie sind Teil der Glasmischung und können weder mit Gewalt noch durch chemische Reaktionen abgelöst werden. Der Glasmasse wird dazu ein bestimmter Stoff hinzugemischt, der über die spätere Farbe entscheidet. Kupferoxide sind in der Lage, das Glas blau oder rot zu färben, Chromoxid sorgt (mit oder ohne Eisenoxid) für eine grüne Färbung und Cobaltoxid macht das Glas intensivblau, um nur einige Beispiele zu nennen. Um bestimmte Effekte zu erreichen, können auch mehrere Farbstoffe kombiniert werden.

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