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Zeit des Übergangs: Zum Verlauf der Wechseljahre

Zeit des Übergangs: Zum Verlauf der Wechseljahre

Die Wechseljahre sind eine Zeit des Umbruchs, vergleichbar mit der Pubertät – nur in die entgegengesetzte Richtung. Denn es kommt zu einem langsamen Ende der Menstruationsperioden und somit der Fruchtbarkeit. Wie diese Lebensphase erlebt wird, unterscheidet sich von Frau zu Frau. Doch in den meisten Fällen durchlaufen sie charakteristische Abschnitte: Diese gehen von der Prämenopause über die Perimenopause, die Menopause bis zur letztendlichen Postmenopause. Doch was zeichnet die einzelnen Phasen aus? Erfahren Sie mehr über die Symptome und den Verlauf der Wechseljahre.

Prämenopause

Die Wechseljahre beginnen lange vor dem vollständigen Aussetzen der Regelblutung. Durchschnittlich befinden sich die Frauen im Alter von etwa 51 bis 52 Jahre.[1] In der sogenannten Prämenopause verkürzen sich die einzelnen Zyklen und die Periode wird unregelmäßiger. Zwischenblutungen treten immer häufiger auf. Betroffene Frauen bemerken verstärkt Spannungsgefühle in den Brüsten und können unter Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen leiden. Diese Symptome nehmen zu, weil die Produktion der weiblichen Geschlechtshormone langsam abnimmt.

Perimenopause

Im weiteren Verlauf der Wechseljahre folgt die sogenannte Perimenopause. Gemeint sind hier die Jahre vor und das Jahr unmittelbar nach der letzten Regelblutung.[2] Die Follikelreifung (Entwicklung des weiblichen Eierstocks) lässt immer mehr nach, wodurch auch der Eisprung häufiger ausbleibt. Leider empfinden betroffene Frauen die Beschwerden in dieser Phase der Wechseljahre am unangenehmsten. Durch hormonelle Umstellungen – weniger Gelbkörper, die für die Bildung von Progesteron verantwortlich sind, und reduziertes Östrogen – kommt es zu Veränderungen, die nicht nur den weiblichen Zyklus beeinträchtigen, sondern auch die Psyche und den Schlaf.

Weitere Symptome, die nun eintreten können:

  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Reizbarkeit
  • Unruhe
  • nächtliches Schwitzen
  • Brustschmerzen
  • Haarausfall

Außerdem berichten einige Frauen, dass sie an der Zeit an Gewicht zugenommen haben und von Scheidentrockenheit betroffen waren. Letzteres kann dann vermehrt zu Intiminfektion führen, weil sich die trockenen Schleimhäute weniger gegen eindringende Keime wehren kann.

Menopause

In der im Sprachgebrauch bekannteren Menopause – die genau genommen Teil der Perimenopause ist – sind die Frauen mindestens ein Jahr lang ohne Regelblutung. Um im Nachhinein diesen Zeitpunkt der letzten Menstruation besser nachvollziehen zu können, empfiehlt es sich einen entsprechenden Kalender zu pflegen und das Datum jeder Monatsregel zu notieren. Nach 12 Monaten ohne Monatsblutung ist eine Schwangerschaft nicht mehr möglich und die Frau damit unfruchtbar.

Postmenopause

Zum Ablauf der Wechseljahre gehört auch die Postmenopause. Diese Phase erstreckt sich über 10 bis 15 Jahre, vom Ausbleiben der Regelblutung bis hin zum Eintritt in das Senium („viertes Lebensalter“, Greisenalter).[3] Die Gestagen- sowie Östrogenproduktion nimmt nun vollends ab und der Hormonhaushalt pendelt sich auf ein neues Niveau ein. Östrogen- und Progesteronspiegel liegen nun viel näher beieinander, wobei das Östrogen immer noch einen höheren Wert aufweist. Der positive Effekt: Die herrschenden Beschwerden klingen ab, der Organismus kommt nach und nach wieder zu Ruhe.

Das Hormon Östrogen hat eine wichtige Funktion im Knochenaufbau. Wird nun die Produktion im Verlauf der Wechseljahre reduziert beziehungsweise eingestellt, verlieren die Knochen nach und nach an Masse. Die Folge: Sie werden porös und brechen schneller. Extrem ausgeprägten Knochenschwund bezeichnen Mediziner als Osteoporose. Doch mit einer ausgewogenen Ernährung, geeigneter Bewegung und Verzicht auf die Knochenräuber Alkohol sowie Nikotin ist schon viel gewonnen, um einen Knochenabbau zu verhindern.

Wie lässen sich die Beschwerden im Verlauf der Wechseljahre abmildern?

Zu allererst ist es ratsam bei beeinträchtigenden und zunehmenden Symptomen einen Arzt beziehungsweise Gynäkologen hinzuziehen. Der Mediziner überprüft, ob die Beschwerden wirklich im Rahmen der Wechseljahre zu sehen oder vielleicht doch anderen Ursprungs sind. Darüber hinaus empfiehlt er eine geeignete Therapie.

Eine Möglichkeit ist beispielsweise die zusätzliche Gabe von Hormonen. Ihr behandelter Hausarzt oder Ihr Frauenarzt wird Sie diesbezüglich umfangreich beraten. Sport, ausreichend Schlaf und eine Ernährungsumstellung können zusätzlich dazu beitragen, das eigene Wohlbefinden zu steigern und Beschwerden, die oft im Verlauf der Wechseljahre auftreten, abzumildern oder zu verhindern.

Außerdem ist es ratsam, die Wechseljahre nicht zum Tabu-Thema zu machen. Tauschen Sie sich gerne mit Verwandten und Freundinnen aus. Auf diese Weise werden Sie sich weniger allein mit den Beschwerden, umfangreicher informiert und damit sicherer fühlen.

[1] Deutsche Menopause e.V.: Was ist die Menopause? URL:https://www.menopause-gesellschaft.de/themen/menopause/ (06.08.2019).

[2] JoAnn V. Pinkerton: Menopause. In: MSD manual Ausgabe für Patienten URL:https://www.msdmanuals.com/de-de/heim/gesundheitsprobleme-von-frauen/menopause/menopause (06.08.2019).

[3] Dr. Lucio Bronz: Abklärung postmenopausaler Blutungen: Aktueller Stand. URL: https://www.karger.com/Article/PDF/58235 (07.08.2019).

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