Startseite » Magazin » Wer sich immer nur kümmert, erschafft sich viel Kummer
Wer sich immer nur kümmert, erschafft sich viel Kummer

Wer sich immer nur kümmert, erschafft sich viel Kummer

Die meisten Menschen empfinden Mitgefühl, wenn sie jemand in einer Notlage vorfinden. Der natürliche Impuls, helfen zu wollen, steht bei fast allen von uns im Vordergrund. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und stark vereinfacht gesagt: Diesen Menschen geht es in vielerlei Hinsicht besser als all jenen, die Hilfsbereitschaft zeigen. Nicht, weil sie egoistisch sind, sondern weil sie es besser draufhaben, sich nur um ihre Belange zu kümmern. Sie lasten sich nicht mehr auf, als sie bereit sind zu tragen.

Kummerkastentanten und edle Ritter

Empathen kennen das Gefühl: Ihre eigene Last schreit eigentlich schon nach einem Helfer, doch es stellen sich dann immer wieder Menschen bei ihnen an, die sie mit ihren Problemen zusätzlich zumüllen. Was macht der Empath? Richtig: Er versucht zu helfen. Seine Lebensumstände sind oft noch viel verfahrener als die der hilfesuchenden Person. Trotzdem hängt er sich gefühlsmäßig richtig rein, um seinem Gegenüber zu helfen. Sein Energielevel kippt ins Minus. Oft geht es Kummerkastentanten und edlen Rittern schon richtig schlecht bevor sie merken, dass es dringend an der Zeit wäre, den Fokus auf sich selbst zu richten.

Wer sich immer um andere kümmert, erschafft sich selbst viel Kummer

Das Kind ist also manchmal schon in den Brunnen gefallen, bevor wir merken, wie schlecht es uns selbst schon geht. Dieses ewige sich-um-andere-kümmern schwächt uns. Zurück bekommen wir meistens nicht viel. Oft müssen wir uns mühsam daran erinnern, selbst wieder Kraft zu tanken. Das ist gar nicht so einfach, denn viele wissen gar nicht, was ihnen guttut, weil sie sich ein Leben lang immer nur um andere gekümmert haben.

Das einfache Wörtchen „Nein“

Als erstes gilt es „Nein“ sagen zu lernen. Wir müssen begreifen, dass sich die Welt auch ohne unser Zutun weiterdrehen wird. Wir dürfen das Vertrauen in unsere Mitmenschen legen, dass sie es auch ohne unseren Beistand schaffen, ein Problem zu lösen. Wenn wir es anderen immer nur bequem machen – allen voran unseren Kindern – werden sie schlichtweg immer davon ausgehen, dass wir ihnen alle Steine aus dem Weg räumen. Es ist ein Unterschied, ob man jemandem sein offenes Ohr schenkt und vielleicht mit einem gut gemeinten Ratschlag wieder seines Weges ziehen lässt, oder ob man das Problem dann auch gleich für ihn löst. Ersteres ist lobenswert, letzteres fatal für unseren Energielevel. Wir dürfen andere Menschen zur Selbständigkeit und Eigeninitiative anleiten, alles andere aber obliegt uns nicht.

4.2/5 - (6 votes)