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Wann braucht man einen Gehörschutz auf der Arbeit?

Wann braucht man einen Gehörschutz auf der Arbeit?

Es gibt Tätigkeiten, bei denen das Gehör einer enormen Lärmbelastung ausgesetzt ist. Wenn die Betroffenen dann keinen entsprechenden Gehörschutz tragen, kann das ernste Folgen für das Hörorgan haben. Arbeitgeber müssen daher ab einem bestimmten Lärmpegel den Mitarbeitenden einen Gehörschutz am Arbeitsplatz zur Verfügung stellen. Welche Werte hier vorgeschrieben sind und welche Ohrenschützer wann geeignet sind, ist Inhalt dieses Ratgebers.

Diese Gesetze regeln den Gehörschutz auf der Arbeit

Es gibt einige Gesetze und Verordnungen, die den Gehörschutz auf der Arbeit regeln. Hier sind in erster Linie das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV) maßgebend. Für den Umgang mit Kopfhörern am Arbeitsplatz, gilt in Deutschland die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV).

Insbesondere regeln die Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (LärmVibrationsArbSchV), das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) sowie die PSA-Benutzungsverordnung (PSA-BV) den Umgang mit Gehörschützern am Arbeitsplatz. Weitere Vorschriften finden sich

  • in den Regelungen zur Lärm- und Vibrations-Arbeitsschutzverordnung (TRLV Lärm) sowie
  • in der Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz

Grundsätzlich hat der Arbeitgeber die Pflicht, die Mitarbeitenden mit einem geeigneten Gehörschutz am Arbeitsplatz auszustatten, sobald der sogenannte Tages-Lärmexpositionspegel einen Wert von 80 dB überschreitet. Ab 85 dB sind Arbeitnehmer:innen dazu verpflichtet, einen entsprechenden Gehörschutz am Arbeitsplatz zu tragen.
Wichtig zu beachten: Auch wenn der Lärmexpositionspegel von 80 dB oder höher nur kurz auftritt, jedoch in regelmäßigen Abständen, ist eine Gefährdung ebenso möglich. Daher ist es auch in diesem Fall wichtig, einen Gehörschutz aufzusetzen. Denn Lärm entsteht durch den Schalldruck, der wiederum von der Entfernung abhängt. Neben der Stärke des Schalls kommt es immer auch auf die Entfernung von der Lärmquelle an.

Welcher Gehörschutz erweist sich wann als geeignet?

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Gehörschützern: Gehörschutzstöpsel und Kapselgehörschutz. Der Schutz über die Lärmdämmung kann bei beiden gleichermaßen sichergestellt werden. Sowohl Gehörschutzstöpsel als auch Kapselgehörschützer können mit anderen Gegenständen der Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) – zum Beispiel einem Helm – kombiniert werden.

Gehörschutzstöpsel

Gehörschutzstöpsel kommen häufig in Werkhallen zum Einsatz. Viele Menschen empfinden das Tragen von Stöpseln bei Einsatzbereichen wie diesen als angenehmer, da sie kein Schwitzen an den Ohren verursachen, keinen Platz wegnehmen und vergleichsweise bequem über einen längeren Zeitraum getragen werden können, ohne diese immer wieder ab- und aufzusetzen.
Eine Sonderform im Bereich des angepassten Gehörschutzes sind Gehörschutzstöpsel mit Verbindungsbügel beziehungsweise Otoplastiken, die individuell an den Träger angepasst werden.

Kapselgehörschutz

Ein Kapselgehörschutz ist durch seine Aufsätze (Kapseln) gekennzeichnet, die an dicke Kopfhörer erinnern. Die beiden Kapseln sind über einen Kopfbügel miteinander verbunden, oder werden direkt an einen Helm montiert. Die Lärmdämmung erfolgt nach dem gleichen Prinzip wie bei den Gehörschutzstöpseln.
Kapselgehörschützer sind für jegliche Arbeiten geeignet, die draußen oder auch drinnen durchgeführt werden und können bei jedem Wetter eingesetzt werden. Bei kaltem Wetter bieten sie zusätzlich eine Wärmfunktion an den Ohren.
Kapselgehörschützer bieten den Vorteil, dass sie sich auch mit verschmutzen Händen hygienisch auf- und absetzen lassen. Gerade bei solchen Arbeiten, die ein häufiges Auf- und Absetzen erfordern, sind Kapselgehörschützer die bessere Wahl.

Die richtige Pflege des Gehörschutzes

Kapselgehörschützer oder auch Otoplastiken sollten regelmäßig einer Pflege unterzogen werden, damit sie möglichst lange ihre Funktion erfüllen und nicht verschmutzen.

  • Reinigung: Nach der Arbeit den angesammelten Staub und Anhaftungen entfernen. Dabei darauf achten, dass der Gehörschutz anschließend richtig trocknen kann.
  • Pflege: Gehörschutzkapseln enthalten in der Regel Hygienesets – mit Dichtungsringen und Schaumstoffkissen – die nach einer gewissen Zeit der Benutzung ausgetauscht werden sollten. Notwendig wird der Austausch bei Rissen, Brüchen oder Formveränderungen.
  • Lagerung: Gehörschutz sachgerecht an einem sauberen, trockenen Ort aufbewahren und vor direkter Sonneneinstrahlung schützen.