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Oktober 2020: Übergangsregelung tritt in Kraft

Oktober 2020: Übergangsregelung tritt in Kraft

Obwohl der Markt für Sportwetten und Glücksspiel im Internet bereits seit Jahren auch in Deutschland boomt, hinkt der Gesetzgeber immer noch hinterher, was die Rahmenbedingungen betrifft. Schon seit Jahren gibt es Versionen einen so genannten Glücksspielstaatsvertrages (GlüStV), der mal in Kraft tritt und mal wieder nicht. Abschließend geregelt ist dieser Bereich aber noch immer nicht. Das ist aus vielerlei Gründen unglücklich und vor allem sorgt es bei Spielern für Verunsicherung.

Die aktuelle Situation ließ eine Lizenzierung von Anbietern von Wettportalen oder Internet Spielbanken nicht zu. Lediglich das Bundesland Schleswig-Holstein beschritt einen eigenen Weg. Seit Herbst 2011 wurden im hohen Norden Lizenzen vergeben, die auf einer eigenen gesetzlichen Lösung basierten. Diese Spezial-Lösung fand jedoch bereits Anfang 2013 ein Ende, als das nördlichste Bundesland dem GlüStV beitrat und damit die eigene Regelung hinfällig wurde.

Legal spielen in Deutschland

Nun gibt es endlich die Aussicht auf eine abschließende Regulierung des Glücksspiel- und Wetten-Marktes. Die Vertreter der Bundesländer fanden Anfang 2020 eine Einigung für eine neue Version des Staatsvertrages. Diese beinhaltet vor allem einen starken Schutz der Spieler vor Missbrauch und Suchtgefahr. Inkrafttreten soll das neue Gesetz am 1. Juli 2021. Bis dahin muss es noch von den Landesparlamenten ratifiziert werden. Allerdings gibt es nach wie vor Unstimmigkeiten zwischen einzelnen Ländern, so dass auch ein späterer Zeitpunkt möglich wird.

Bis eine endgültige Einigung verabschiedet ist, gilt ab dem 15. Oktober 2020 eine Übergangsfrist. Demnach können sich Anbieter von Online Casinos bis zu diesem Termin um eine Duldung bewerben. Hierfür müssen sie eine Reihe von Bedingungen erfüllen, die alle zum Schutz der Spieler gedacht sind.

Anforderungen an Glücksspiel-Anbieter

Im Einzelnen beinhaltet die Regelung für die Übergangszeit folgende Punkte:

– es muss sichergestellt sein, dass Spieler ihr 18. Lebensjahr vollendet haben,

– pro Monat darf jeder Spieler maximal 1.000 Euro auf seinen Kunden-Account einzahlen,

– jeder Spin an einem Spielautomaten darf höchstens 1 Euro kosten,

– es werden in den einzelnen Ländern nicht mehr Lizenzen für Tischspiele ausgegeben, als es landbasierte Casinos dort gibt.

Geplant ist außerdem eine zentrale Regulierungsbehörde, die für die Einhaltung der Regelungen zuständig ist.

Wenn all diese Bedingungen erfüllt werden, dürfen Anbieter bereits ab Mitte Oktober ganz legal ihre Dienste im Internet anbieten. Im Umkehrschluss dürfen Spieler aus Deutschland ab diesem Moment unter rechtlich abgesicherten Rahmenbedingungen an Slots und Tischen zocken. Die Anzahl der zu vergebenden Übergangs-Lizenzen ist begrenzt. Daher kann mit einem lebhaften Wettbewerb um diese Plätze gerechnet werden. Denn schließlich handelt es sich nicht nur um ein angenehmes Freizeitvergnügen, sondern auch um einen millionenschweren Markt.

Spielen auch ohne Lizenz?

Die gute Nachricht für Spieler ist aber – auch wenn das Rennen um eine vorläufige Lizenz verloren ist, so können Sie dennoch auch ohne Lizenz legal in Ihrem Lieblings-Online Casino spielen. Voraussetzung ist, dass eine Genehmigung eines anderen Mitgliedsstaates der Europäischen Union vorliegt. Laut europäischem Recht ist eine solche Lizenz auch in anderen Ländern gültig und demnach auch in der Bundesrepublik.

Generell sollte jeder Spieler Vorsicht bei der Auswahl eines Casinos im Internet walten lassen. Einige grundsätzliche Regeln helfen dabei, sicher im Online Casino zu spielen und keine unnötigen Risiken einzugehen.

Was bedeutet die Übergangsfrist?

Es ist sicher nicht übertrieben, die rund neunmonatige Übergangsphase auch als Testlauf zu sehen. Anbieter haben in dieser Zeit die Möglichkeit, sich unter den strengen Auflagen zu bewähren. Internet Spielbanken, die alle Anforderungen erfüllen, haben sehr gute Chancen, bei der endgültigen Lizenz-Vergabe ab Mitte 2021 berücksichtigt zu werden. Es kann demzufolge davon ausgegangen werden, dass sich die entsprechenden Anbieter sehr genau danach richten werden, um die weitere legale Teilnahme am deutschen Markt nicht zu gefährden.

Immer dann, wenn Anbieter gegeneinander antreten, wird es spannend für die Kunden. Auch wenn Auflagen und Beschränkungen mit Sicherheit streng berücksichtigt werden, dürften Spieler dennoch vom verstärkten Wettbewerb zwischen den Anbietern profitieren. Und in jedem Fall ist auch der verbesserte Spielerschutz eine gute Nachricht, für Zocker in deutschen Landen.

Der sichere Weg zu Geld

Wenn Sie Geld benötigen, sollte ihr Weg Sie keinesfalls ins Casino führen, weder im Internet, noch in ein landbasiertes. Denn hier wird Glücksspiel betrieben. Niemand kann fest davon ausgehen, dass ihm Fortuna hold ist und ausgerechnet dann, wenn die große Auto-Reparatur auf Bezahlung wartet, Bargeld in die Kasse spült. Das todsichere System, um Zufallsgeneratoren und Casino-Software auszutricksen, existiert nicht. Betrachten Sie die Zeit, die Sie in der Spielbank verbringen als spannende Freizeit-Gestaltung, nicht als Einkommens-Quelle.

Wenn Sie kurzfristig einen Geldbetrag brauchen, um eine Anschaffung zu tätigen, eine Rechnung zu begleichen oder einen Urlaub zu buchen, dann sollten Sie sich auf andere Quellen verlassen. Eine Möglichkeit ist es, ein Darlehen bei einem privaten Geldgeber aufzunehmen. Dabei bekommen Sie häufig sogar bessere Konditionen, als bei Ihrer Bank. Zudem ist es möglich, dass lästiger Papierkrieg und Überprüfungen wegfallen, abhängig von dem von Ihnen gewählten Betrag und Anbieter. Das ist dann eine Größe, mit der Sie kalkulieren können und auf die wirklich Verlass ist.

Fazit

Eine einheitliche Regelung in Bezug auf Online Casinos, die auf bundesdeutschem Gebiet ihre Dienste anbieten, ist lange überfällig. Es bleibt zu hoffen, dass eine Einigung der Bundesländer dieses Mal klappt, damit Spieler in Zukunft nicht nur Rechtssicherheit haben, sondern auch gut vor den Gefahren des Glücksspiels geschützt sind. Das ist ja eigentlich das erklärte Ziel von allen Beteiligten und auch aus Spielersicht erstrebenswert. Dennoch bleiben die derzeitigen Entwicklungen nicht ohne teils scharfe Kritik. Insbesondere die Tatsache, dass auch unseriöse Anbieter auf die geplante Art und Weise Zugang zum Markt erhalten könnten, sorgt für Unstimmigkeiten. Zudem scheint es nach wie vor Schwächen in Hinblick auf Geldwäsche zu geben, die auf der Grundlage der geplanten Maßnahmen nicht ausreichend eingedämmt werden kann.

Es ist als bedauerlich anzusehen, dass es trotz langjähriger Bemühungen und großem Aufwand in allen zuständigen Behörden, noch immer nicht einfach zu sein scheint, endlich einen Entwurf vorzulegen, der mehrheitsfähig ist. In der Zwischenzeit wird der Wildwuchs in der Branche weitergehen und Spieler müssen sich auf nicht offizielle Quellen oder europäische Regelungen verlassen, um seriöse Online Casinos zum Zocken zu finden.