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Leben in einer Patchworkfamilie – so kann es gelingen

Leben in einer Patchworkfamilie – so kann es gelingen

Unsere Beziehungen waren in den letzten Jahren einem enormen Wandel ausgesetzt. Wo es früher hauptsächlich Ehepaare und Familien gab, ist das gemeinsame Zusammenleben heute bunt. Das gilt auch für Familien! Eine der häufigsten Formen des Zusammenlebens mit Kindern ist, neben der klassischen Kleinfamilie, die Patchworkfamilie.

Was ist eine Patchworkfamilie?

In der Regel spricht man von einer Patchworkfamilie dann, wenn in neu eingegangenen Beziehungen die Kinder aus einer vorherigen Ehe oder Beziehung ebenfalls eine Rolle spielen. Hier gibt es zahlreiche mögliche Konstellationen. Häufig hat nur einer der Partner bereits Nachwuchs, sodass der andere – nach einer Weile – eine Rolle als Stiefelternteil übernimmt. Das bringt zwar auch viele Herausforderungen mit sich, doch richtig spannend wird es in der Regel, wenn beide Partner bereits Kinder haben. Wir haben Tipps gesammelt, wie diese Herausforderung gelingen kann.

Patchworkfamilien in Deutschland

Wie viele Stieffamilien es in Deutschland tatsächlich gibt, ist in keiner Statistik vermerkt.  Im Jahr 2017 wurden 150.000 Ehen geschieden, in der Hälfte davon gab es Kinder. Oft gehen die getrennten Elternteile wieder neue Beziehungen ein – eine Stieffamilie entsteht. Forscher schätzen, dass zwischen 7 und 13 Prozent der Kinder in Deutschland in einer solchen Stieffamilie leben. Gleichzeitig gehen sie davon aus, dass diese Form des Zusammenlebens die „Familie der Zukunft“ darstellt.

Die größten Herausforderungen für Patchworkfamilien

Man kennt das: Ist man frisch verliebt, hängt der Himmel voller Geigen. Man ist sich sicher, dieses Mal ist alles anders und die Partnerschaft wird gelingen. Leider sehen die eigenen Kinder das häufig ganz anders, denn der neue Partner ist für sie ein Eindringling, eine Konkurrenz für das Elternteil, mit dem sie nicht mehr zusammenleben. Darum sollten die gemeinsamen Treffen mit Bedacht organisiert werden.

  1. Wann sollen die Kinder den neuen Partner kennenlernen? Diese Frage stellt alle Single-Eltern beim Dating vor eine große Herausforderung. Einerseits sind unbeschwerte Treffen nur dann möglich, wenn der Nachwuchs beim anderen Elternteil ist oder ein Babysitter engagiert wurde, andererseits möchte man natürlich wissen, ob der oder die Neue sich mit den Kindern überhaupt verstehen. ier Hhier HHier Hier kann man nur raten, mit den ersten Treffen möglichst lange zu warten. Zunächst sollten die Partner ihre Zweisamkeit genießen und ihre Beziehung festigen. Das ist die beste Voraussetzung, damit die Partnerschaft gelingen kann, denn als Mitglieder einer Patchworkfamilie brauchen die Erwachsenen einen festen Zusammenhalt und eine große Portion Gelassenheit. Gerade für extrem Alleinerziehende, die sich ganz allein um ihre Kinder kümmern, ist der Aufbau einer neuen Partnerschaft besonders kompliziert. Sie sind zudem durch den Alltag besonders belastet und haben wenig Freiräume.
  1. Wie sollten die ersten gemeinsamen Treffen organisiert werden? Manche Eltern versuchen, ihren Kindern den neuen Partner als „harmlosen Freund“ unterzujubeln, sodass alle Beteiligten sich im Alltag unbeschwert beschnuppern können. Gerade bei spannenden Unternehmungen kann das durchaus gelingen, wenn allerdings der „Onkel“ oder die „Tante“ morgens aus dem Schlafzimmer kommt, wissen Kinder ab einem bestimmten Alter ohnehin, was los ist. Offen mit den Kindern zu sprechen ist ratsam, besonders im Alter zwischen 6 und 12 Jahren. Dann haben sie die meisten Probleme, einen neuen Partner zu akzeptieren und fühlen sich eventuell hintergangen. Kleinere Kinder sind meist neuen Menschen gegenüber aufgeschlossen, Teenager leben bereits ihr eigenes Leben und finden es vielleicht sogar cool, wenn Mama oder Papa sich endlich wieder einen Partner zulegen. Manchmal gehen die Kids sogar selbst auf die Suche nach einem neuen Partner für ihr einsames Elternteil!
  1. Wie kann man einen Loyalitätskonflikt beim Kind vermeiden? Die meisten Kinder, deren Eltern getrennt sind, geraten in Loyalitätskonflikte. Verbünden sie sich mit dem einen Elternteil, haben sie das Gefühl, den anderen zu hintergehen. Dieser Konflikt wird besonders schlimm, wenn schlecht über den Ex-Partner gesprochen wird, was niemals vor dem Kind geschehen sollte. Tritt nun ein neuer Partner ins Leben, ist die Loyalität des Kindes nach seinem Empfinden besonders bedroht. Kann es den neuen Partner mögen, ohne Papa oder Mama zu verraten? Hier kann es helfen, wenn das Kind nie unter Druck gesetzt wird, den neuen Freund oder die Freundin als Elternteil zu akzeptieren, indem dieser etwa Erziehungsaufgaben übernimmt. Die Basis sollte eine freundschaftliche Beziehung ohne viele Erwartungen sein. 
  1. Was ist, wenn beide Partner Kinder mit in die Beziehung bringen? Diese Konstellation ist besonders spannend und kann für alle Beteiligten sehr bereichernd sein. Damit sich alle Familienmitglieder wohlfühlen können, ist es notwendig, die Bedürfnisse der Einzelnen zu berücksichtigen. Keinesfalls sollten den Kindern die neuen „Geschwister“ einfach vor die Nase gesetzt werden mit der Erwartung, dass sie sich jetzt doch bitte auch wie solche zu verhalten haben. Es braucht viel Geduld und Fingerspitzengefühl und vor allem: gemeinsame Aktivitäten! Diese stärken den Zusammenhalt und geben dem Nachwuchs die Möglichkeit, den eigenen Platz in der neu entstandenen Familie auf neutralem Gebiet zu festigen.
  1. Das schönste Happy-End: ein gemeinsames Leben. Am Ende wünschen sich die meisten Singles doch eines: mit dem neuen Partner wieder in einem gemeinsamen Alltag zu starten. Das Leben zu teilen, sich jederzeit unterstützen zu können und einfach immer zusammen sein ist das schönste Happy End. Damit es auch für die Kinder so ist, gilt es einiges zu beachten. Zum Beispiel sollte nach Möglichkeit jedes Kind im gemeinsamen Zuhause ein eigenes Zimmer haben. Das gilt auch für die Kinder, die regelmäßig zu Besuch kommen und ansonsten beim anderen Elternteil wohnen. Das bedeutet, dass ein gemeinsames Zuhause hohen Anforderungen genügen muss, gerade was das Platzangebot betrifft. Zieht eine Patchworkfamilie gemeinsam in ein neues Heim, sollten alle Mitglieder der neuen Familie unbedingt zustimmen – ansonsten sind Konflikte vor programmiert. Natürlich gibt es viele Anschaffungen zu tätigen, und man möchte auch gemeinsam in den Urlaub. Werden gro0e Geldbeträge benötigt, die gerade nicht verfügbar sind, kann das Geld geliehen werden. Bei Anbietern wie Smava kann man bei anderen Privatleuten einen Kredit zu guten Konditionen aufnehmen und sich so gemeinsame Wünsche erfüllen. Das kann sinnvoller sein, als Geld bei einer Bank aufzunehmen und bietet auch Personen mit einer schwankenden Bonität die Möglichkeit auf eine Finanzspritze.
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