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Heilpraktiker – was macht diesen Beruf eigentlich aus?

Heilpraktiker – was macht diesen Beruf eigentlich aus?

Irgendwann im Leben muss man sich für eine Berufsrichtung entscheiden. Liebt man Tiere, dann wäre Tierarzt oder die Arbeit in einem Zoo passend. Möchte man Menschen helfen, dann ist der Besuch einer Heilpraktikerschule eine Idee. Und zwar eine sehr gute, denn die Arbeit als Heilpraktiker ist in Deutschland sehr beliebt. Doch was sind eigentlich die Tätigkeiten und wie verläuft die Ausbildung?

Grundwissen zum Beruf als Heilpraktiker

Wer sich für diese Richtung entscheidet, der kommt mit der alternativen Heilkunde in Berührung. Im Fokus steht vor allem die Naturheilkunde, um Menschen zu helfen und ihnen Schmerzen beziehungsweise Leid zu nehmen (sowohl körperlich als auch seelisch). Aber auch die Alternativmedizin und die Volksheilkunde tragen ihren Teil dazu bei. Als Heilpraktiker werden Krankheiten diagnostiziert und behandelt, ausüben kann man die Tätigkeit unter anderem in einer eigenen Praxis. Man könnte jetzt denken, dass die Tätigkeit dem eines Arztes gleicht, doch dem ist nur auf dem ersten Blick so. Beide Berufe zielen zwar auf das Helfen von Menschen ab, die Unterschiede sind dann aber doch eindeutig geregelt.

Ist ein Heilpraktiker automatisch auch ein Arzt?

Nein, ein Heilpraktiker ist kein Arzt! Die Grenzen dieser Arbeit sind im Heilpraktikergesetz zu finden und besagen unter anderem, dass keine verschreibungspflichtigen Medikamente verschrieben werden dürfen. Auch ist es untersagt, bestimmte Infektionskrankheiten zu behandeln und Geburtshilfe zu leisten. Die Befugnisse sind also im Vergleich zu einem Arzt eingeschränkt.

Dazu passend sei noch erwähnt, dass es sich um einen freien Beruf handelt (§ 18 EStG) und dieser eigenverantwortlich ausgeübt wird.

Wie kann man diesen Beruf erlernen?

Wer dieser Tätigkeit nachgehen möchte, der muss sich zunächst einer medizinischen Ausbildung unterziehen. Das erlernte Wissen wird anschließend von einem Amtsarzt überprüft, der im zuständigen Gesundheitsamt sitzt. Erst nach bestandener Prüfung darf man die Heilkunde ausüben und die Behörde erteilt die notwendige Erlaubnis („Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“). Das heißt, dass der Beruf ohne Arzttitel in Angriff genommen werden darf.

Der Prüfungsstoff ist umfangreich und umfasst mehrere Bereiche. Sei es die Schulmedizin, naturheilkundliche Bereiche oder fachpraktische Themengebiete. Man muss beispielsweise mit grundlegenden Laborwerten umgehen können, lebensbedrohliche Zustände erkennen und Kenntnisse über die allgemeine Krankheitslehre aufweisen.

Wie man sieht, ist die Arbeit als Heilpraktiker kein Zuckerschlecken. Man muss viel lernen und sollte sich deshalb von Haus aus schon für diesen Bereich interessieren.

Interessante Fakten

Die Tätigkeit hat natürlich auch seine Sonnenseiten. Zum Beispiel liegt das durchschnittliche Monatsgehalt bei etwa 2.600 Euro (brutto) und man hat mit Menschen zu tun. Der Job ist abwechslungsreich und das Lächeln eines zufriedenen Patienten einfach unbezahlbar.

Die Dauer der Ausbildung hängt davon ab, welchen Weg man wählt. Soll es eine Fernschule sein, dann sind zwischen 12 und 30 Monaten einzuplanen. Bei einem Präsenzanbieter muss man mit 4 bis 16 Monaten rechnen. Beide Möglichkeiten haben ihre Vor- und Nachteile, eine genaue Überlegung ist deshalb wichtig. Man kann freilich auch seine Familie oder Freunde um Rat fragen, was die Entscheidung in den meisten Fällen erleichtert.

Ein Behandlungstermin nimmt übrigens mindestens 30 Minuten in Anspruch, die obere Grenze liegt in der Regel bei 90 Minuten. Beispielsweise dann, wenn es sich um eine Erstanamnese handelt.

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