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Einen Hund anschaffen: Bleibt genügend Zeit für den Vierbeiner?

Einen Hund anschaffen: Bleibt genügend Zeit für den Vierbeiner?

In etwa acht Millionen deutschen Haushalten leben Hunde. Neben der Katze ist der Hund das beliebteste Haustier. Möchten sich Berufstätige einen Hund anschaffen, steht ihnen eine große Entscheidung bevor. Wer die Verantwortung für ein Tier übernimmt, muss sich bewusst sein, dass eine artgerechte Hundehaltung viel Zeit und Aufwand mit sich bringt. Abhängig von der Rasse kann ein Hund ein Alter von bis zu 15 Jahren erreichen.

Niemand kann seine berufliche Situation auf diesen langen Zeitraum hin einschätzen und die Karriere entsprechend durchplanen. Es gilt daher, möglichst realistisch zu beurteilen, ob die berufliche Situation und die individuellen Lebensumstände es zulassen, die Verantwortung für einen Hund zu übernehmen und ihm die notwendige Zeit zur Verfügung zu stellen.

Hunde brauchen Zeit

Während ein Goldfisch auch ohne menschliche Gesellschaft auskommt, eine Vogelspinne viel lieber in Ruhe gelassen wird und ein Goldhamster sowieso den Tag verschläft, stellt ein Hund ganz andere Ansprüche. Es beginnt bereits mit dem Einzug des Vierbeiners.

Damit sich der Hund eingewöhnen kann, sollte er nicht alleingelassen werden. Mindestens eine Woche Urlaub ist einzuplanen. Doch damit ist es nicht getan. Der Hund benötigt täglich Beschäftigung und Zuwendung. Mindestens zwei Stunden an Auslauf sollten dem Vierbeiner gewährt werden. Unabhängig vom Wetter benötigt der Hund seine Gassirunden. Auch wenn sich das Tier daran gewöhnen lässt, über einen längeren Zeitraum in der Wohnung allein zu bleiben, mehr als sechs Stunden täglich sollte ein Hund keinesfalls allein gelassen werden.

Flexibilität wird erwartet

Hundehalter sollten sich ein gewisses Maß an Flexibilität einräumen können. Lässt der Job dies nicht oder nur in geringem Maße zu, ist im Vorfeld für Menschen zu sorgen, die im Notfall einspringen, mit dem Hund Gassi gehen, wenn es im Büro mal wieder länger dauert, den Besuch beim Tierarzt oder in der Hundeschule übernehmen oder einfach nur da sind, um mit dem Vierbeiner zu spielen und zu kuscheln.

Hund allein zu Haus

Wie lange ein Hund bereit ist, allein im Haus zu bleiben, muss individuell ausprobiert werden. Jeder Hund besitzt eine eigene Persönlichkeit. Manche Tiere reagieren bereits nach wenigen Minuten mit Winseln und Bellen auf die Abwesenheit ihres Herrchens. Wieder andere Vierbeiner bleiben ohne Probleme auch über mehrere Stunden allein. Wirklich glücklich wird jedoch kein Hund aufwachsen, wenn er die meiste Zeit des Tages in einer kleinen Wohnung sich selbst überlassen wird. Hier muss an die Vernunft des Tierfreundes appelliert werden.

Bevor man sich einen Hund anschafft, ist der Zeiteinsatz verschiedener Jobarten zu überdenken. Bei einer Festanstellung wird der Hund mehr als acht Stunden täglich allein verbringen müssen. Wer eine Teilzeit-Anstellung besitzt, wird in der Regel 20 Stunden pro Woche arbeiten und damit mehr Zeit erübrigen können. Oft ist Arbeiten in Gleitzeit möglich. Dies verschafft dem Hundehalter mehr Flexibilität und macht auch das morgendliche Gassi gehen möglich.

Kurzfristige Beschäftigungen lassen keine Planung auf lange Sicht zu. Wer auf dem Bau oder in der Landwirtschaft beschäftigt ist, wird Saisonarbeiten und zumindest im Winter mehr Zeit für den Vierbeiner haben. Mehr Freiheiten können sich Selbständige erlauben. Ein geregelter Feierabend, ein freies Wochenende oder eine längere Urlaubsphase sind für viele Unternehmer jedoch Fremdwörter. Daher sollte auch hier genau überlegt werden, wie der Hund in die angestrebte berufliche Entwicklung passt und welche Zugeständnisse man bereit ist, zugunsten des Tieres zu treffen.

Welcher Hund passt zu mir?

Ein kleiner Hund ist ja so süß. Allerdings keine Option für Berufstätige. Die Zeit, die für einen Welpen erübrigt werden muss, ist mit der Pflege eines Babys vergleichbar. Für die ersten drei bis sechs Wochen benötigt der kleine Hund eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung. Hinzu kommt die Zeit für Erziehung und Training.

Ältere Hunde müssen weniger intensiv umsorgt werden und haben meist bereits gelernt, mit Trennungsängsten umzugehen und über einen längeren Zeitraum allein zu bleiben. Die Eingewöhnungsphase im neuen Zuhause wird aber vermutlich auch einige Wochen dauern. Die Stresssituation kann zu Nahrungsverweigerung oder Unsauberkeit führen.

Hund und Job – geht doch

Die genannten Probleme sind aus der Welt geschafft, wenn sich der Vierbeiner in den Alltag integrieren lässt. Viele Arbeitgeber sind bereit, dass ihre Mitarbeiter von zu Haus aus arbeiten können oder flexible Arbeitszeitmodelle nutzen dürfen. Oftmals spricht nichts gegen einen Hund am Arbeitsplatz. Ist das Tier gut erzogen, wird es schnell zum Liebling der Belegschaft, senkt das Stresslevel und fördert die Arbeitsleistung.

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