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Die Funktionsweise eines Durchlauferhitzers

Die Funktionsweise eines Durchlauferhitzers

Was sind Durchlauferhitzer?

Durchlauferhitzer funktionieren grundsätzlich nach dem gleichen Prinzip: Kaltes Wasser strömt in das Gerät und wird beim Durchfließen erwärmt, bevor es dann umgehend an eine Zapfstelle (zum Beispiel eine Dusche, eine Badewanne oder ein Spülbecken) abgegeben wird. Warmwasserspeicher (Boiler) sind nicht notwendig. Erhitzt wird lediglich die tatsächlich benötigte Menge an Wasser direkt am Ort des Verbrauchs auf die gewünschte Temperatur. Unterschiede gibt es allerdings bei den Konzepten für Steuerung und Regelung, beim Umfang der Ausstattung, bei der Bedienung und bei der Heizkörpertechnik.

Vergleichsweise hoher Stromverbrauch

Diese Faktoren beeinflussen die Effizienz und den Komfort bei der Nutzung. Auch muss beachtet werden, dass für dieses schnelle Aufheizen des Wassers eine vergleichsweise hohe elektrische Leistung notwendig ist. Die marktüblichen Anschlusswerte sind 18, 21, 24, 27 und 33 Kilowatt (kW). Kompaktgeräte haben einen Anschlusswert von 11 oder 13,5 kW.

Welche Arten gibt es?

Ältere Modelle arbeiten noch mit einer hydraulischen Steuerung, die das Wasser mit bis zu drei Leistungsstufen aufheizt. Ein Mindestdurchfluss ist notwendig, sonst schaltet sich das Gerät nicht ein – kleine Wassermengen können somit also nicht erwärmt werden. Auch wenn zu wenig warmes Wasser fließt, kann sich der Durchlauferhitzer komplett abschalten. Mit der Durchflussmenge schwankt die Temperatur des Wassers, was zu unerwünschten „Wechselbädern“ führen kann. Dennoch werden diese Geräte immer noch nachgefragt, wahrscheinlich weil sie am günstigsten in der Anschaffung sind.

Im Vergleich zu hydraulischen Geräten bringen elektronische Durchlauferhitzer der neueren Generation unabhängig vom Wasserdruck stufenlos Leistung. So ist eine durchgängig gleichbleibende Temperatur des Wassers gewährleistet. Man unterscheidet hier elektronisch gesteuerte und elektronisch geregelte Durchlauferhitzer. Im ersten Fall wird die Heizleistung mit einer Messung des Durchflusses am Turbinenrad sowie der Zulauftemperatur reguliert. Im zweiten Fall regelt ein Sensor auch noch die Temperatur am Auslauf.

Als dritte Gruppe gibt es Gasdurchlauferhitzer. Sie können verwendet werden, wenn ein entsprechender Erdgasanschluss vorhanden ist. Sie sind meist deutlich größer als elektronische Durchlauferhitzer.

Wie funktioniert ein elektronischer Durchlauferhitzer?

Die technisch fortschrittlichsten Geräte sind elektronisch geregelte Durchlauferhitzer. Sie kombinieren wie oben beschrieben die Daten von insgesamt drei Sensoren. Diese erfassen die Zulauftemperatur, die Auslauftemperatur sowie die Wasser-Durchflussmenge. Die Steuerung erfolgt mit einem Motorventil. Die Wunschtemperatur kann exakt gehalten werden, weil ein ständiger Vergleich der Soll-Ist-Werte erfolgt. Wenn das Gerät seine maximale Leistung erbringt, würde ein noch höherer Wasserbedarf zu einem Abfall der Temperatur führen. Um dies zu vermeiden und die Temperatur zu halten, reguliert das Motorventil die Menge des Wassers geringfügig. Der Nutzer merkt davon in der Regel nichts, weil diese Regulierung automatisch geschieht.

Temperatur kann auf das Grad genau gehalten werden

Vor allem wenn mehrere Zapfstellen mit heißem Wasser versorgt werden müssen, ist dies ein klarer Vorteil gegenüber anderen Geräten, weil die gewünschte Temperatur immer auf das Grad genau gehalten werden kann. Das persönliche Duschverhalten oder äußere Einflüsse spielen dabei keine Rolle. Kaltwasser muss nicht beigemischt werden. Lediglich die wirklich benötigte Energie wird eingesetzt, was hohe Effizienzwerte garantiert.

Welche Heizsysteme gibt es?

Gebräuchlich sind das Blankdraht-Heizsystem und das Rohrkörper-Heizsystem. Das Erstgenannte eignet sich besonders für den Einsatz bei kalkhaltigem Wasser, weil nach dem Abschalten nur sehr wenig Nachwärme verbleibt, was Kalk-Ausscheidungen vermeidet. Die Heizdrähte sind direkt vom Wasser umspült, es wirkt isolierend. Fehlerströme sind deshalb sehr selten. Zudem ist die Reaktionszeit sehr kurz, also die Aufheizzeit. Dampfblasen und Lufteinschlüsse könnten zu einer teilweisen Überhitzung der Heizdrähte führen. Dieser Nachteil sollte aber bei einer ordnungsgemäßen Installation durch einen Fachmann ausgeschlossen werden können.
Rohrheizkörper sind für kalkarmes Wasser geeignet. Lufteinschlüsse im Trinkwasser beeinträchtigen sie nicht. Übertragen wird die Wärme über die Oberfläche eines Kupferrohrs. Die Heizwendel ist im Rohrinnern und zur Isolation mit Füllmaterial umschlossen. Da allerdings indirekt geheizt wird, ist der Wirkungsgrad deutlich geringer als beim Blankdraht-Heizsystem. Deshalb wird das Rohrkörper-Heizsystem heute seltener eingesetzt. Wie man Wasser sonst zum Erhitzen bringt ist auch nicht allzu schwer herauszufinden. Hierzu gibt es viele Techniken im Internet die einem gut unter die Arme greifen.

Welche Vorteile haben elektronisch geregelte Durchlauferhitzer?

In Privathaushalten wird im Schnitt nur zehn Minuten pro Tag warmes Wasser benötigt. Deshalb ist es ein finanzieller Vorteil, wenn nur so viel Wasser bereitgestellt wird, wie tatsächlich benötigt wird – und auch nur dann, wenn es gerade gebraucht wird. An den einzelnen Zapfstellen geht weniger Energie verloren, als wenn die Versorgung zum Beispiel über die Heizung zentral erfolgt. Für Zimmer, die weit entfernt von der zentralen Wasseraufbereitung liegen, kann sich das lohnen, weil das Wasser in den Leitungen schnell abkühlt und mit hohem Aufwand auf der gewünschten Temperatur gehalten werden muss.

Gute Lösung in Altbauten

Der bauliche Aufwand hält sich in Grenzen: Es müssen keine Warmwasserleitungen gelegt werden. Die Geräte sind direkt an die Kaltwasserleitung angeschlossen. Im Vergleich zu hydraulischen Modellen sparen elektronisch geregelte Geräte fast ein Drittel der Kosten für Energie und Wasser. Sie sind auch kleiner und kompakter, was den Einbau erleichtert. Besonders in Altbauten ist dies eine gute Alternative. In Neubauten möglicherweise nicht, weil die hohen Anforderungen der Energieeinsparverordnung (EnEV) sowie das Erneuerbare Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) den Einsatz regenerativer Energien (zum Beispiel von Solarmodulen) fordern, was mit Durchlauferhitzern kaum zu kombinieren ist.

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