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Der echte Tatortreiniger: Ein Einblick in den Beruf

Der echte Tatortreiniger: Ein Einblick in den Beruf

Die NDR-Serie „Der Tatortreiniger“ hat viele eingefleischte Fans. Doch viele Menschen haben eigentlich gar keine Vorstellung davon, wie der Beruf des Tatortreinigers eigentlich in der Realität aussieht.

Von professionellen Tatortreinigern werden spezielle Reinigungsarbeiten durchgeführt, die nötig werden, wenn sich ein Todesfall ereignet hat. So werden von ihnen die Leichenfundorte mithilfe von Reinigungsgeräten und Desinfektionsmittel von körperlichen Rückständen befreit und sichergestellt, dass keine gesundheitsgefährdenden Mikroorganismen zurückbleiben.

Eine kompetente Tatortreinigung sorgt ebenfalls dafür, dass nach der Reinigung keine sichtbaren Verunreinigungen auf Freiflächen, Gebäudeteilen, Möbeln oder in Fahrzeugen mehr vorhanden sind. Daneben wird auch, falls nötig, eine fachgerechte Entsorgung verunreinigter Gegenstände durchgeführt.

Grundsätzlich handelt es sich bei dem Job des Tatorteinigers sowohl psychisch als auch körperlich um eine außerordentlich anspruchsvolle Tätigkeit, welche einen pietätvollen und einfühlsamen sozialen Umgang und ein gewissenhaftes Arbeiten voraussetzt.

Die Tätigkeits- und Arbeitsbereiche des Tatortreinigers

Es gibt viele Todesfälle, zum Beispiel Morde, nach denen der Leichenfundort gründlich gereinigt werden muss. Diese Aufgabe übernehmen Tatortreiniger als spezialisierte Experten. Allerdings werden Tatortreiniger nicht nur im Rahmen von spannenden Kriminalfällen benötigt, sondern auch bei Todesfällen, die uneingeleitet eintreten, etwa nach einem Suizid oder bei Leichnamen, die längere Zeit unentdeckt geblieben sind. Ihre Beauftragung erfolgt in der Regel durch Hausverwaltungen, Angehörige oder die Polizei.

Die Tatortreiniger betreten den jeweiligen Leichenfundort erst dann, wenn die Ermittlungsarbeit der Polizei abgeschlossen und der Leichnam durch den Bestattungsdienst abtransportiert wurde. Geschützt werden die Tatortreiniger bei ihrer Arbeit durch Kopfbedeckungen, Schutzhandschuhe und Ganzkörperanzüge. Abhängig von dem Ausmaß des Geruchsaufkommens und der Verunreinigung werden daneben auch Atemschutzmasken eingesetzt.

Im Zuge ihrer Arbeit verschaffen sich die Reinigungsexperten im ersten Schritt einen Überblick über die Umgebung, die zu reinigen ist, den Grad der Verunreinigungen und die Materialien, die gesäubert werden müssen. Im Anschluss wird der materielle und der personelle Aufwand kalkuliert. Abhängig davon, wie weit der Verwesungsprozess des Leichnams bereits fortgeschritten ist und ob ein Befall mit Schädlingen festgestellt werden kann, nimmt die Reinigung einige Stunden bis mehrere Tage in Anspruch.

Tatortreiniger müssen penibel darauf achten, dass jegliche organischen Verschmutzungen durch den Leichnam, zum Beispiel Körperflüssigkeiten, Körperteilrückstände oder Blut, vollständig entfernt werden. Falls die Substanzen bereits in Gebäudeteile eingedrungen sind, werden auch leichte Renovierungsarbeiten, wie das Schleifen von Wänden oder das Abtragen von Böden, durch die Tatortreiniger ausgeführt. In einigen Fällen kann es auch vorkommen, dass während der Tätigkeit der Tatortreiniger noch Körperteile des Verstorbenen findet – diese werden dann in Spezialbehältern an die Polizei oder den Bestatter übergeben.

Da auch sogenannte Messie-Wohnungen häufig starke Verunreinigungen durch organisches Material, wie Kot oder Lebensmittel, aufweisen, wird manchmal auch in diesem Bereich die Arbeit der Tatortreiniger nötig.

Persönliche Voraussetzungen für den Beruf

Im Zuge ihrer Arbeit treten die Tatortreiniger mit vielen unterschiedlichen Personengruppen in Kontakt, zum Beispiel der Polizei, Bestattern, juristischen Vertretern, Hausverwaltungen oder den Angehörigen des Verstorbenen. Daher ist es in diesem Beruf besonders wichtig, über ein hohes Einfühlungsvermögen zu verfügen, damit auf die individuellen Bedürfnisse der verschiedenen Bezugsgruppen stets optimal eingegangen werden kann.

Daneben ist natürlich auch eine sehr hohe körperliche und psychische Belastungsfähigkeit nötig. Während ihren Einsätzen bieten sich den Tatortreinigern oft sehr unschöne Anblicke und Situationen, von denen sie sich in ihrem privaten Alltag nicht belasten lassen dürfen.

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