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Ursachen für Migräne – so individuell wie der Kopfschmerz

Ursachen für Migräne – so individuell wie der Kopfschmerz

Und schon wieder pocht der Schädel. Alles ist zu laut und zu hell. Die Migräne hat zugeschlagen. Doch woher kommt die Attacke? Nicht immer sind bei der Migräne die Ursachen offensichtlich. Dann hilft ein Migränetagebuch dabei, bei echter Migräne dem Auslöser auf die Spur zu kommen.

Migräne – die Ursachen: Stress

Vor allem, wenn Stress plötzlich auftritt, kann er zu einer Migräneattacke führen oder eine solche verschlimmern. Dabei spielt die Intensität des Stresses nur bedingt eine Rolle, wenn es bei der Migräne um Ursachen geht. Viel eher ist die plötzliche Veränderung des Stresslevels das Problem. Deshalb führt intensiver Stress, der sich langsam auf- oder abbaut eher selten zu einer akuten Attacke.

Anders bei plötzlichen Veränderungen: Manche Patienten reagieren dann in der Phase des erhöhten Stresses. Bei anderen ist erst die Ruhephase danach für die Migräne der Auslöser. Wer unter diesem Problem leidet, sollte darauf abzielen, das Stressniveau möglichst ausbalanciert zu halten, um die Anzahl der Anfälle beziehungsweise deren Intensität zu reduzieren.

Migräne – die Ursachen: Nahrungsmittel

„Du bist, was Du isst“ gilt auch für Kopfschmerzpatienten. Das Tückische: nicht jeder Migränepatient reagiert auf das gleiche Lebensmittel. Und doch lassen sich einige Lebensmittel als häufigere Ursache für Migräne identifizieren. Dazu zählen:

  • Alkohol – besonders Sekt und Rotwein
  • (vor allem reife) Käsesorten
  • koffeinfreier Kaffee
  • Zitrusfrüchte
  • Wurst
  • Eis
  • Trockenfrüchte

Häufig sind es enthaltene Stoffe wie Tyramin oder Tannine, die als mögliche Ursache für Migräne gelten. Beim Eis kann schon die extreme Temperatur eine Attacke triggern.

Welche Lebensmittel bei Ihnen vielleicht Attacken auslösen oder verstärken, können Sie am einfachsten mit dem oben erwähnten Migränetagebuch herausfinden – und diese künftig meiden.

Migräne – die Ursachen: Wetter

Wetter und Wohlbefinden beziehungsweise Wetterfühligkeit sind für viele Menschen ein Thema. Haben Sie Migräne, kann es zum Auslöser werden – oder? Wissenschaftlich belegt ist das bisher nicht. Wer also der steifen Brise, dem Föhn oder einer Kaltfront die Schuld zuschieben möchte, tut dies eventuell zu unrecht.

Obwohl viele Menschen subjektiv das Wetter als Faktor bei der Migräne wahrnehmen, konnten Studien bisher keine Zusammenhänge aufzeigen. Im Gegenteil, sowohl in Deutschland, als auch weltweit ist die Häufigkeit von Migräne in etwa gleich – unabhängig von lokalen oder regionalen Wetterphänomenen.

Wenn Sie also glauben, das Wetter sei die Ursache für Ihre Migräne, sollten Sie auch Ihren Speiseplan, Ihre sonstige Verfassung und Ihre Gewohnheiten und Tätigkeiten unter die Lupe nehmen. Wer beispielsweise bei heißem Wetter gern Eis isst und dann leidet, kann schnell der Hitze den Schwarzen Peter zuschieben – obwohl es eigentlich das Eis ist, das ihn verdient hätte.

Migräne – die Ursachen: Medikamente

Medikamente haben Nebenwirkungen und rasende Kopfschmerzen sind eine davon. Dass die Medikation eine Ursache für Migräne sein kann, gilt jedoch noch nicht als belegt. Der Haken: Oft ist nicht klar, ob es sich bei den Kopfschmerzen um eine echte Migräne handelt oder nur um symptomatische Kopfschmerzen, wie sie etwa bei der langfristigen Einnahme von Schmerzmitteln entstehen können.

Haben Sie vermehrt Migräneattacken, sollten Sie dennoch einen Blick in Ihren Medikamentenschrank werfen und in Revision gehen, was Sie davon regelmäßig oder bei Bedarf nehmen. Sind die nachfolgenden Medikamente darunter, können sie für die Migräne der Auslöser sein:

  • Dipyridamol
  • Ergotalkaloide
  • Indometacin
  • Koffein
  • Nifedipin
  • Östrogene
  • Reserpin

Migräne – die Ursachen: Hormone

Hormone gelten vor allem bei Frauen als Auslöser für die Migräne. Ob Sie das betrifft, können Sie mit dem Tagebuch herausfinden. Vor allem während des Eisprungs und der Menstruation ist bei Betroffenen die Häufigkeit und Intensität der Attacken erhöht.

Die zentrale Rolle scheint hier das Östrogen zu spielen, dessen Konzentration im Körper über den Zyklusverlauf schwankt. Für andere Hormone wie das Progesteron ließen sich Zusammenhänge noch nicht nachweisen, sodass sie als Ursache für die Migräne unwahrscheinlich sind.

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