Synthetische Kleidung – Vor- und Nachteile von Polyesterstoff
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Synthetische Kleidung – Vor- und Nachteile von Polyesterstoff

Polyesterkleidung

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Künstlich gewonnene Stofffasern besitzen in der Regel für Sie als Verbraucher und den Hersteller Vorteile aber auch Nachteile. Besonders häufig wird Polyester in der Kleidungsindustrie eingesetzt. Nur wenige Kleidungsstücke bestehen nicht zumindest teilweise aus der Faser, die gerne Baumwolle beigemischt wird.

Die Vorteile der Kunstfaser

Für Sie als Verbraucher steht natürlich die einfache Pflege von polyesterhaltigen Kleidungsstücken im Vordergrund. Der Stoff verknittert kaum, wird nach dem Waschen einfach aufgehängt und kann kurz darauf getragen werden. Im Gegensatz zu Baumwolle genügen schon wenige Stunden, damit das Material komplett durchtrocknet. Das Bügeln ist unnötig, wodurch die Kleidungsstücke für diejenigen ideal sind, die keine große Lust haben, sich lange mit der Bügelwäsche zu befassen.

Doch kommt das Material längst nicht nur als Faser in Oberteilen oder Shirts vor. Auch das Innenfutter von Jacken besteht sehr häufig aus einer Polyestermischung. Durch die Kunstfaser entweicht die Körperwärme kaum, sodass Jacken mit Polyesterfüllen allgemein recht warm sind. Die Sportmodenhersteller nutzen ebenfalls die Kunstfaser. Bademoden bestehen zu einem Großteil aus Polyesterfasern, da hier ein schneller Trocknungseffekt gewünscht wird. Auch bei Schlafsäcken, Zeltstoffen und wärmenden Decken für Outdoorfreunde tritt die Kunstfaser in Erscheinung. In sehr kalten Nächten wirkt ein Schlafsack mit einer Polyesterfüllung sehr warm, allerdings bringt dieser Vorteil ebenfalls Probleme mit sich. Hier noch einmal die Vorteile im Überblick:

  • Polyester knittert kaum
  • Das Material trocknet sehr schnell
  • Polyesterfüllungen für Winterjacken halten warm

Wo Vorteile sind, warten auch Nachteile

Natürlich kommt die Kunstfaser nicht ohne entsprechende Nachteile einher. Interessanterweise basieren viele Probleme auf Gründen, die in anderen Bereichen als Vorteil vorgeschoben werden. So ist die minimale Feuchtigkeitsaufnahme bei Kleidung aus Polyester nachteilig. Zwar trocknet das Material nach dem Waschen innerhalb weniger Stunden, wer jedoch untertags oder beim Sport stark schwitzt, ist im wahrsten Sinne des Wortes schweißgebadet.

Das Material saugt den Schweiß überhaupt nicht auf, einzig Sportbekleidung, die zusätzlich feuchtigkeitsableitende Fasern besitzen, leitet den Schweiß nach außen ab. Dennoch bleibt ein Großteil des Schweißes auf der Haut und dem direkt mit der Haut in Berührung kommenden Stoff zurück. Was nun geschieht, kennt jeder. Bakterien sammeln sich an den Schweißstellen und es entsteht ein unangenehmer Geruch, der im Polyesterstoff haften bleibt. Ein weiterer Nachteil liegt in der Herstellung begründet. Da die Polyesterfasern aus Erdöl gewonnen werden, verschwendet die Produktion unnötig Ressourcen. Naturliebhaber und Veganer verzichten mitunter aus diesen Gründen auf die künstliche Faser.

Ein weiterer Faktor, der von vielen Personen als störend empfunden wird, ist die Polyesterfüllung in Bettdecken. Selbst in den kältesten Winternächten wachen wir schweißnass gebadet auf, nicht, weil uns Albträume oder Krankheiten den Schlaf rauben, sondern schlichtweg, weil sich die Körperwärme unter der Decke staut und der Schweiß nicht von der Füllung aufgenommen wird. Hier noch einmal die Schwierigkeiten im Überblick:

  • Schweiß wird nicht aufgesaugt (durch Bakterien kann unangenehmer Geruch entstehen)
  • Polyestergewinnung aus Erdöl verschwendet Ressourcen
  • Bei Decken staut sich die Körperwärme


Hautprobleme möglich

Personen mit sehr empfindlicher Haut leiden nach dem Tragen von Kleidungsstücken mit einem hohen Polyesteranteil häufig unter Hautreizungen. Dies kann mitunter an dem fehlenden Saugvermögen liegen, durch welches der Schweiß direkt auf der Haut bleibt und die Poren verstopft. In Verbindung mit Staub wird die Haut noch stärker gereizt. Da Staub bei Outdooraktivitäten kaum zu vermeiden ist, treten die Hautreizungen vermehrt beim Joggen, Radfahren oder anderen Aktivitäten in der Natur auf. Zudem wird Polyester mithilfe chemischer Verfahren eingefärbt. Wenn Sie ohnehin schon empfindlich sein, leiden Sie rasch an Pickelchen oder Rötungen an Körperstellen, die mit Polyester und Schweiß in Berührung kommen.

Die Qual der Auswahl

Wer nicht unbedingt unter einer sehr empfindlichen Haut leidet, wird immer wieder auf Polyesterstoffe zurückgreifen. Letztendlich ist dagegen nichts einzuwenden, zumindest nicht, wenn die Nachteile ebenfalls bekannt sind. Fast jeder kennt die Problematik von Schweißrändern an sehr engen Oberteilen im Winter. Allerdings lassen sich Schweißränder durch das Tragen eines Baumwollshirts unter dem Oberteil leicht verhindern. Wer auf eine attraktive und kostengünstige Kleidung angewiesen ist, ist mit Polyester sehr gut beraten. Der Stoff ist leicht, trocknet schnell und hält definitiv warm. Dieser Faktor kommt gerade denjenigen zugute, die beruflich keine dicken Wollpullis oder Fleecejacken tragen können. Beim Wintersport hingegen sollten zumindest untere Kleidungsschichten aus Baumwolle oder anderen saugfähigen Materialien bestehen.

Das Fazit zum Polyester

Letztendlich muss jeder für sich selbst entscheiden, ob Kleidungsstücke aus Polyester oder mit einem hohen Anteil der Kunstfaser den Körper verhüllen sollen oder nicht. Wer schnell trocknende und unkomplizierte Stücke bevorzugt, ist mit Polyester gut beraten. Wenn Sie sich stattdessen lieber mit ökologischen und natürlichen Fasern bekleiden möchten, wählen stattdessen Baumwolle oder Leinen. Jede Stoffart besitzt ihre eigenen Vorzüge und Nachteile, so dass auch für Sie etwas Passendes dabei sein dürfte.

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