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Mit Sicherheitsschuhen sicher auf Arbeit unterwegs – oder stylish in der Freizeit

Mit Sicherheitsschuhen sicher auf Arbeit unterwegs – oder stylish in der Freizeit

Sicherheitsschuhe sind in vielen Berufen anzutreffen, da sie dort zuweilen vorgeschrieben sind. Doch das ist längst nicht mehr ihre einzige Aufgabe. Auch in der Freizeit sind sie mittlerweile recht häufig als Mode-Accessoire anzutreffen. Dabei ist ihre eigentliche Aufgabe, die Füße derjenigen zu schützen, die in potenziell gefährlichen Gebieten unterwegs sind.

Vorschrift in manchen Berufen

Sicherheitsschuhe wurde dazu entwickelt, einen möglichst guten Schutz vor äußeren Einwirkungen zu bieten. Deshalb sind sie in manchen Branchen im Rahmen des Arbeitsschutzes vorgeschrieben. Vor allem dann, wenn man planmäßig Gefahr läuft, in Orte zu müssen, in denen man nicht vorhersagen kann, wie der Boden beschaffen ist, sind Sicherheitsschuhe ein Muss. Das betrifft beispielsweise Mitarbeiter im Bauwesen, bei Garten- und Landschaftsbau, bei der Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und den Rettungsdienst. Aus anderen Gründen müssen auch Köche Sicherheitsschuhe tragen.

Aufbau und Anforderungen

Grundsätzlich ist ein Sicherheitsschuh ein Halbschuh oder Stiefel. Der vordere Teil ist zwischen Futter und Außenschaft mit einer Schutzkappe aus Metall oder Kunststoff ausgestattet. Das soll die Zehen schützen, wenn beispielsweise ein schwerer Gegenstand auf den Schuh fällt. Aufgrund der passenden Materialeigenschafen ist der Schuh ansonsten in der Regel aus Leder. Die Schuhsole besteht meist aus robustem Gummi, das einerseits eine gewisse Elastizität verspricht, andererseits hinreichend stabil und dicht ist.

Sicherheitsschuhe sind in verschiedene Kategorien gegliedert, die für verschiedene Anforderungen stehen. Alle benötigen die gleichen Grundanforderungen, aber für Zusatzfunktionen gibt es Abweichungen. So ist es zuweilen notwendig, dass die Schuhe elektrisch leitend sind, während das in anderen Fällen nicht sein darf. Ebenfalls wird oft gefordert, dass die Schuhe rutschsicher sind, damit man nicht ausrutscht. Des Weiteren sind manche Schuhe so herzustellen, dass sie gegen bestimmte Chemikalien wie Öl oder Benzin resistent sind.

Ein Sonderfall sind Feuerwehrsicherheitsschuhe. Diese werden von Feuerwehrleuten getragen. Was sie auszuhalten haben, ist in einer internationalen Norm, der ISO 15090:2012 spezifiziert. Außer bei Gummistiefeln wird bei Feuerwehrschuhen häufig ein Reißverschluss gefordert, der das schnelle An- und Ausziehen ermöglicht.

Sicherheitsschuhe auch für die Freizeit

Nicht nur im Arbeitsleben kommen Sicherheitsschuhe zum Einsatz. Da unter dem Begriff nur geklärt ist, welchen äußeren Bedingungen sie standhalten müssen, gibt es zuweilen auch Sicherheitsschuhe für Hobby und Freizeit. So sind auf dem Markt Sicherheitsschuhe erhältlich, die beispielsweise im Rennsport zum Einsatz kommen. Diese fallen dann beispielsweise unter die Kategorie „S1P HRO SRC“, wobei S1P für die Zusatzanforderungen A, FO, E und P steht. A bedeutet, dass sie antistatisch sind, FO fordert eine öl- und benzinresistente Sohle, E bezeichnet die Energieaufnahme im Fersenbereich und P die Durchtrittsicherheit. HRO ist das Zusatzmerkmal über das Verhalten gegenüber Kontaktwärme, während SRC eine Rutschhemmung auf Keramik und Stahlboden ist. Optisch kann man derartige Schuhe zuweilen nicht von Turnschuhen unterscheiden, die derartige Eigenschaften nicht aufweisen. Solche für den Sport geeigneten Arbeitsschuhe von Tragardo gibt es bereits für unter 100 Euro.

Sicherheitsschuhe als Mode-Accessoire

Auch als modisches Element finden Sicherheitsschuhe oder Imitate ihre Verwendung. Der Ursprung reicht dabei auf die 70er Jahre des 20. Jahrhunderts zurück. Jugendgruppen, die vermeintlich oder tatsächlich aus der Arbeiterklasse stammen, wollten durch das Tragen schwerer Stiefel ihre Herkunft in der Freizeit unterstreichen. Inzwischen sind vermeintliche Sicherheitsschuhe, besonders Stiefel, in vielen Jugendkulturen angekommen, etwa bei Punks und Metal-Fans. Heutzutage sind nicht alle Schuhe, die in den Szenen auftauchen, tatsächlich Sicherheitsschuhe, denn diverse Hersteller haben einen Markt dafür gewittert und produzieren Imitate, die zwar so aussehen, aber keine Sicherheitsfunktionen beherbergen. Da sie nur so aussehen sollen, entfallen komplizierte Abläufe bei der Produktion, was sie am Ende deutlich günstiger macht und damit besser eignet, um nur in der Freizeit getragen zu werden. Im Beruf dürfen solche Imitate nicht getragen werden, andernfalls erlischt der Versicherungsschutz bei Verletzungen.

Doch auch der umgekehrte Weg ist möglich, nämlich dass vermeintlich normale Schuhe mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet werden und somit zu Sicherheitsschuhen werden. So gibt es etwa für die Damen Sicherheitsschuhe, die allen gestellten Anforderungen entsprechen, aber dennoch wie normale Absatzschuhe aussehen. Diese kommen etwa beim Sicherheitspersonal an Flughäfen zum Einsatz. Sinn des Ganzen ist es, die Schuhe modisch zum restlichen Business-Outfit passen zu lassen.

Woher nehmen?

Ist für eine bestimmte Arbeit das Tragen von Sicherheitsschuhen von der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben, ist in der Regel der Arbeitgeber dafür zuständig, dass man mit derartigen Schuhen ausgestattet wird. Mit anderen Worten: Üblicherweise stellt das Unternehmen, für das man arbeitet, die Sicherheitsschuhe. Gängige Ausnahmen sind vor allem Selbstständige, die sich selbst um die Anschaffung kümmern müssen. Diese sollten dringend beachten, dass die Schuhe die geforderten Aufgaben erfüllen. Wenn es vorkommt, dass sich Anforderungen gegenseitig ausschließen, etwa weil man für eine Tätigkeit leitende und für eine andere Tätigkeit nicht-leitende Schuhe benötigt, so braucht man folgerichtig zwei Paar Schuhe, die im Zweifel auch während der Arbeit gewechselt werden müssen.

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