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Lebensmittel länger haltbar machen – richtig vakuumieren

Lebensmittel länger haltbar machen – richtig vakuumieren

Häufig werden mehr Lebensmittel gekauft, als verbraucht werden können. Viele davon werden leider weggeworfen, da das Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist oder sie schlecht geworden sind. Dies ist insbesondere bei Obst und Gemüse der Fall, wenn es beispielsweise als Sonderangebot und daher in einer zu großen Menge erworben wurde. Verdorbene Lebensmittel sollten in der Mülltonne landen. Dies ist zweifelsohne so, doch dazu muss es nicht kommen, denn wenn Lebensmittel richtig vakuumiert werden, können sie auf diese Weise viel länger haltbar gemacht werden. Der folgende Beitrag gibt nützliche Tipps und Informationen.

Lebensmittel vakuumieren und länger haltbar machen

Die Lebensmittel, die leider in der Tonne landen, können ohne einen großen Aufwand durch ein Vakuumieren länger haltbar gemacht werden. Bis zum 5 bis 10-fachen wird die Haltbarkeit damit verlängert, wobei die genaue Zeit natürlich je nach Lebensmittel variiert. Die Hersteller und der Bereich der Gastronomie wenden diese moderne Methode schon lange an. Insbesondere bei Letzterem ist es sehr wichtig, denn auf diese Weise können auch größere Vorräte erworben werden und die Lebensmittel sind auch nach einer längeren Zeit noch frisch. Auch Sterneköche schwören auf Vakuumiergeräte, denn sie dienen als praktische Küchenhelfer. Als die Vakuumiergeräte auf den Markt kamen, waren sie ziemlich teuer, sodass die Anschaffung für den Haushalt kaum lohnenswert war. Mittlerweile jedoch sind die Geräte erschwinglich geworden und die Investition rechnet sich innerhalb kurzer Zeit, da einerseits weniger weggeworfen wird und zum anderen sich auch die Benzinkosten verringern, da seltener eingekauft werden muss.

Wie funktionieren Vakuumiergeräte?

Die Lebensmittel werden in den Beutel gegeben. Hierbei sind fast alle Lebensmittel möglich, von Obst und Gemüse bis hin zu Fleisch und Fisch. Nachdem mit der Hilfe einer Pumpe die Luft aus der Tüte abgesaugt wurde, wird diese versiegelt und luftdicht verschlossen. Dabei entsteht also ein Vakuum, woraus sich der Name abgeleitet hat. Bei Beuteln geschieht es über eine oder auch mehrere Schweißnähte. Im Idealfall verfügt das Gerät über zwei oder drei Schweißnähte, denn dadurch wird die Verschluss-Sicherheit erhöht. Das Gleiche gilt für dickere Nähte. Wenn der Prozess beendet ist, signalisieren dies einige Geräte dadurch, dass eine Kontrolllampe leuchtet. Im Schnitt beträgt die Leistung eines Vakuumierers 100 oder 200 Watt. Bei Vakuumiergeräten für den Hausgebrauch handelt es sich meist um Außen-Vakuumiergeräte. Bei diesen befindet sich der größte Teil des Beutels während des Absaugens außen. Solche Geräte funktionieren lediglich mit speziellen Folien-Beuteln, die stabil, dicht, koch- und reißfest sind. Sie schützen zudem vor Gefrierbrand, geben keinen Eigengeschmack ab und können zum Sous-vide-Garen genutzt werden.

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Die verschiedenen Beutel und Behälter

Es gibt Beutel, die eine Wabenstruktur aufweisen und auf einer Seite aufgeraut sind, damit die Luft des Beutels besser abgesaugt werden kann. Diese bestehen aus einer Mehrschichtfolie, damit auch Scharfkantiges wie Fleisch mit Knochen, luftdicht aufbewahrt werden kann. Vakuumbeutel sind in verschiedenen Größen erhältlich. Beim Kauf sollte beachtet werden, dass nicht jedes Gerät mit den Beuteln von anderen Herstellern kombiniert werden kann. Auch als Schlauch gibt es Vakuumbeutel. Optimal sind Vakuumboxen, wenn beispielsweise Flüssigkeiten vakuumiert werden sollen. Mittels Adapteraufsatz wird hier die Luft gesaugt.

Webtipp: Hier finden Sie die dazu passenden Vakuumbeutel.

Vorteile des Vakuumierens der Lebensmittel im Überblick

  • Haltbarkeit der Lebensmittel erheblich verlängern
    Werden Lebensmittel vakuumiert, wird die Haltbarkeit um ein Vielfaches verlängert. Der Grund hierfür ist, dass durch den Vorgang Sauerstoff entzogen wird. Dieser ist der Nährboden für Bakterien und Mikroorganismen, welche für den Zersetzungsprozess der Lebensmittel zuständig sind. Durch das Vakuumieren besteht zudem ein Schutz vor Gefrierbrand.
  • Sehr gesund, denn die Nährstoffe bleiben erhalten und die Frische wird bewahrt
    Im Vergleich zu zahlreichen anderen Methoden der Konservierung von Lebensmitteln bleiben beim Vakuumieren wichtige Vitamine, Nährstoffe und Mineralien erhalten, da sie im versiegelten Vakuum nicht austreten können. Auch Aussehen und Geschmack der Lebensmittel bleiben aufgrund des Sauerstoffentzugs bestehen.
  • Zubereitungszeiten werden verkürzt – innerhalb von Minuten marinieren
    Nicht nur in Bezug auf die Verlängerung der Haltbarkeit der Lebensmittel kann das Vakuumieren überzeugen. Auch in der Zubereitung kann die Methode sehr effizient angewendet werden, zum Beispiel beim Marinieren. Beim Fleisch und Fisch öffnen sich durch das Vakuumieren die Fasern. Wenn auch die Marinade in den Vakuumbeutel gefüllt wird, zieht sie aufgrund des entstandenen Sogs mit ein.
  •  Vakuumierte Speisen nehmen im Kühl- oder Gefrierschrank viel weniger Platz ein und werden zudem hygienischer gelagert.

Tipps zum Vakuumieren

Feuchte Lebensmittel vakuumieren, beispielsweise Fleisch und Fisch:

Das Vakuumieren von feuchten Lebensmitteln ist etwas anspruchsvoller, denn die Flüssigkeit wird während des Vorgangs herausgezogen. Dabei wird einerseits der Vakuumierer verschmutzt und zum anderen kann die Flüssigkeit dazu führen, dass die Haltbarkeit der Schweißnaht reduziert wird. Hier helfen einige Tipps, damit dies nicht passiert:

  • Die feuchten Lebensmittel sollten auf ein Küchenpapier gelegt werden, damit die überschüssige Flüssigkeit aufgesaugt wird und die Lebensmittel problemlos eingefroren werden können.
  • Eine weitere Möglichkeit ist eine Doppeltüte: Hierbei werden die Lebensmittel zunächst in eine normale Tüte und erst danach in den Vakuumbeutel gelegt. Das offene Ende sollte dabei Richtung Boden des Beutels zeigen. Dadurch ist der Weg der Flüssigkeit beim Vakuumieren bis zum Ausgang viel länger, wodurch sie nur selten den Vakuumierdeckel erreicht.
  • Eine zweite Schweißnaht: Durch Feuchtigkeit gestaltet sich das Verschweißen oftmals schwierig, wodurch es manchmal vorkommt, dass die Nähte zunächst dicht erscheinen aber dennoch mit der Zeit Luft durchlassen. Hier bietet eine zweite Schweißnaht Abhilfe, denn diese sorgt für ein luftdichtes Verschließen.

Trockene Lebensmittel vakuumieren, zum Beispiel Getreide oder Nüsse:

Die Vakuumbeutel, in denen trockene Lebensmittel vakuumiert werden. können wieder verwendet werden. Sie sollten jedoch im Vorfeld gut gesäubert und getrocknet werden. Lebensmittel, die spitze Enden aufweisen, beispielsweise Nudeln, können in ein Küchentuch eingewickelt werden, bevor sie vakuumiert werden.

Obst und Gemüse vakuumieren:

Obst wie Äpfel und Birnen oder Gemüse wie Kartoffeln hält länger, wenn es vor dem Vakuumieren geschält wird. Bei blähenden Gemüsearten wie Kohl ist es ratsam, sie vor dem Vakuumieren abzukochen, damit keine Gase mehr ausgestoßen werden.

Flüssigkeiten vakuumieren:

Für Flüssigkeiten oder Lebensmittel, die sehr druckempfindlich sind, zum Beispiel Himbeeren, bieten viele Hersteller feste Dosen an, die zum Vakuumieren dieser Lebensmitteln optimal geeignet sind.

Worauf beim Vakuumiergerät achten?

Im Handel sind Folienschweißgeräte mit einer Vakuumierfunktion erhältlich, welche die Größe eines Einbauofens aufweisen. Alternativ gibt es auch kleinere Geräte, die bequem im Küchenschrank verstaut werden können. In der Regel reichen für den Hausgebrauch die kleineren Vakuumiergeräte völlig aus. Zudem sollte darauf geachtet werden, dass das Vakuumiergerät über eine Absaugautomatik verfügt. Vakuumiergeräte sind nicht mit Haushaltsschweißgeräten zu verwechseln, denn diese dienen nur dem Verschweißen von Folien und arbeiten ohne Absaugpumpe. Das Heizelement des Vakuumierers sollte eine gute Leistung haben und die Schweißnaht dicht und fest sein. Mit einer Vakuumregulierung wird bei empfindlichen Lebensmitteln vermieden, dass sie zerdrückt werden. Zudem ist es möglich, die Vakuumstärke anzupassen. Das Drücken der Stopptaste, welche bei hochwertigen Vakuumiergeräten vorhanden ist, hilft ebenfalls. Auch vorteilhaft ist ein integriertes Folienfach, da die Vakuum-Beutel somit stets griffbereit sind. Wenn im Gerät eine Schneidevorrichtung eingebaut ist, kann die Folie aus dem Fach auch direkt auf die gewünschte Länge zugeschnitten werden. Praktisch sind ebenso herausnehmbare Kammern, in welchen sich unbeabsichtigt Flüssigkeit ansammelt. Diese kann einfach abgeschüttet werden und das Gerät wird nicht beschädigt.

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