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Lebensmittel kaufen – was ändert sich in Zukunft?
© Robert Kneschke - Fotolia.com

Lebensmittel kaufen – was ändert sich in Zukunft?

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Supermärkte sind aus unserer modernen Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Viele Menschen versorgen sich sogar ausschließlich dort mit Lebensmitteln. Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass der Tante-Emma-Laden die zentrale Anlaufstation für den wöchentlichen Einkauf war. In Deutschland verbreiteten sich Supermärkte erst in den 50er Jahren. Im Zuge des sogenannten Wirtschaftswunders und des wachsenden Wohlstands breiter Teile der Gesellschaft legten sie einen rasanten Siegeszug hin.

Inzwischen sind allerdings deutliche Anzeichen erkennbar, dass auch die einst als so fortschrittlich geltenden Supermärkte vielleicht schon bald von neuen Konzepten abgelöst werden könnten, zumindest in der Form, in der sie heute existieren. Das Internet nimmt in dieser Beziehung eine wichtige Rolle ein, aber auch die Entwicklung komplexer Roboter könnte für neue Formen des Einkaufs sorgen.

Was ändert sich durch internationale Handelsabkommen wie TTIP?

Die Verhandlungen zum transatlantischen Freihandelsabkommen TTIP erstrecken sich nun bereits über einen langen Zeitraum. Zu welchem Ausgang sie führen werden, ist derzeit noch ungewiss, vor allem angesichts heftiger Proteste. Während Autobauer große Hoffnungen in das Abkommen setzen, zeigen sich Verbraucherschützer und auch viele Verbraucher selbst besorgt über die möglichen Folgen der beabsichtigten riesigen Freihandelszone. Sie befürchten vor allem negative Auswirkungen auf den Kauf von Lebensmitteln, falls amerikanische Produkte dann in deutschen Supermärkten verkauft würden, zum Beispiel:

  • Gentechnisch veränderte Lebensmittel könnten ohne Kennzeichnung auch in Europa verkauft werden.
  • Dasselbe gilt für Fleisch von Tieren, bei deren Aufzucht Wachstumshormone angewendet wurden, oder Geflügel, das mit chlorhaltigen Substanzen desinfiziert wurde (die sogenannten „Chlorhühnchen“)
  • Dagegen könnte es sein, dass natürliche und künstliche Aromen in Zukunft besser gekennzeichnet werden, ebenso wie Nährstoffe und Kaloriengehalt.

Inwiefern diese Befürchtungen realistisch sind, darüber gehen die Meinungen auseinander. Da die Gesetze zur Kennzeichnung und Kontrolle von Lebensmitteln in Europa wesentlich strenger sind als in den USA, ist es aber durchaus wahrscheinlich, dass das Freihandelsabkommen auch Auswirkungen auf den Supermarkteinkauf in europäischen Ländern haben würde.

Wird sich der Lebensmittel-Handel auch online etablieren?

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Die Idee, Lebensmittel online zu verkaufen und so Verbrauchern den Weg zum Supermarkt zu ersparen, ist nicht neu. Allerdings ging ihre Umsetzung anfangs nur schleppend voran. Zu teuer waren vielen Kunden zunächst die online angebotenen Waren und auch das Sortiment fiel im Vergleich noch recht dürftig aus.

Mittlerweile ist der Online-Einkauf allerdings auf dem Vormarsch. Laut dem Digitalverband BITKOM kauften 2014 bereits 15 Millionen Deutsche Lebensmittel im Netz. Das sind immerhin drei Mal so viele wie 2011. Etablierte Supermärkte wie Edeka bauen ihr Online-Sortiment zunehmend aus und bieten neben Fertiggerichten, Nudeln oder Getränken auch frische Lebensmittel an, die den Käufern direkt vor die Haustür geliefert werden.

Das kommt vor allem Personen entgegen, die es wegen langer Arbeitszeiten oft nicht mehr rechtzeitig in den Supermarkt schaffen. Aber auch ältere Menschen und solche, die schlecht zu Fuß sind, profitieren davon, wenn sie für den Einkauf nicht aus dem Haus müssen. In den Konditionen unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter. Das Shopping selbst ist im Regelfall auch für wenig technikaffine Menschen leicht zu bewerkstelligen.

Prognosen gehen davon aus, dass der Online-Einkauf auch bei Lebensmitteln in Zukunft eine höhere Bedeutung erhält. In China ist er heute schon Standard. Dort kauft mittlerweile sogar die Landbevölkerung in erster Linie im Internet ein. Der Gang zum Supermarkt um die Ecke ist dagegen eher die Ausnahme als die Regel.

Wie könnte ein Supermarkt der Zukunft aussehen?

© Eisenhans - Fotolia.com

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Auch Supermärkte selbst könnten ihr Antlitz in der Zukunft wesentlich verändern. Vor allem könnten Kassiererinnen und Kassierer aus Fleisch und Blut schon bald nur noch eine Seltenheit darstellen.

Erste Versuche mit Robotern, die menschliche Verkäufer ersetzen sollen, sind bereits seit längerer Zeit in Gange. Diese sollen nicht nur den Preis über den Barcode an eingekauften Artikeln ablesen. Auch das Einpacken erledigt die Maschine, wenn alles so klappt wie geplant. Sogar zu Gesprächen mit Käufern sollen entsprechende Roboter in der Lage sein.

Für Kunden wird eine solche Entwicklung voraussichtlich nur einen geringen Unterschied machen. Wer bisher als Verkäufer/in in Supermärkten gearbeitet hat, der müsste sich dann allerdings einen neuen Job suchen. Gerade ungelernte Arbeitskräfte könnte dies hart treffen. Schließlich werden die Jobs für diese Gruppe unter den Berufstätigen immer rarer. Bis es soweit kommt, dass Maschinen in Supermärkten dominieren, wird es jedoch noch ein wenig dauern. Schließlich erfordert auch die Tätigkeit an einer Supermarkttheke Handgriffe, die ein Roboter nicht von heute auf morgen erlernt.

Das Bezahlen mit Handy ist dagegen teilweise schon aktuell und auch bei Baumärkten und in anderen Einrichtungen können Kunden selbst den Bezahlvorgang über einen Computer abwickeln – allerdings unter dem wachsamen Auge von Mitarbeitern. Schließlich lassen sich Maschinen heute noch leichter betrügen als Menschen.

Fazit

Wie lange es dauern wird, bis sich der Einkauf von Lebensmitteln grundlegend verändert, und ob Supermärkte, wie wir sie heute kennen, bald Seltenheitswert haben, bleibt abzuwarten. Sicher ist, dass neue Formen des Shoppings auch in diesem Bereich an Stellenwert zunehmen werden. Wer am liebsten den kleinen Lebensmittelladen um die Ecke besucht, sollte sich darauf einstellen, dafür in Zukunft weiter laufen zu müssen.

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