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Knoblauch anbauen – Tipps zur Pflanzung im Garten
© Anna E - Fotolia.com

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Er hat einen äußerst intensiven Geschmack, der sich gerne auch mal im Atem des Genießers manifestiert. Die Rede ist natürlich von Knoblauch (Allium sativum). Als würzigste aller Knollen aus der Familie der Lauchgewächse findet er in jeder kulinarisch versierten Küche Anwendung. Zudem besitzt sie ungeahnte Heilkräfte, dank welchen der Knoblauch 1989 von der Universität Würzburg sogar zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde. Knoblauchzehen eignen sich somit also nicht nur zum Verfeinern von Gerichten. Auch ihre medizinische Wirksamkeit prädestiniert den Knoblauch für einen Anbau im eigenen Garten.

Besonderheiten von Knoblauch

Schon in der Antike entdeckten die asiatische, südeuropäische und nordafrikanische Heilkunst das medizinische Potential von Knoblauch. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) existiert bereits seit 2000 v. Chr. ein eigenes Schriftzeichen für die Wunderknolle, was auf den häufigen Sprachgebrauch des Wortes ’suan‘ (chin. für Knoblauch) bei der Krankheitstherapie schließen lässt. Und auch heute noch gilt der untere Teil der würzigen Pflanzen als besonders gesundheitsfördernd. Aus guten Grund :

  • Knoblauch besitzt stimulierende, leberschützende, entgiftende und zellverjüngende Eigenschaften.
  • Inhaltsstoffe wie Allicin im Knoblauch verzögern den Alterungsprozess der Körperzellen und schützen diese vor freien Radikalen. Des Weiteren reinigen die Bestandteile der Zehen die Darmflora, bekämpfen im Darm befindliche Parasiten und fördern somit die Gesundheit des Verdauungstraktes.
  • Ajoen und Saponin, ebenfalls in den Zehen von Knoblauch enthalten, stärken die Gefäße und regulieren Blutfluss, sowie Blutfettspiegel (Cholesterin). Inhaltsstoffe der würzigen Knolle werden darum gerne als Arzneimittel gegen Herz- und Gefäßerkrankungen verwendet.
  • Die Schwefelverbindungen von Knoblauch wirken krebshemmend. Sie reduzieren nicht nur das Wachstum von Krebszellen, sondern sind zudem dazu imstande, deren Zelltod einzuleiten. Knoblauch als Heilpflanze erlangt deshalb auch immer größere Bedeutung bei der modernen Tumorbekämpfung.

Das Anbauen bzw. Anpflanzen von Knoblauch zur Aufstockung der privaten Hausapotheke hat also durchaus seinen Sinn und sollte von jedem, der den Platz dazu auf seinem Balkon oder im Garten hat in Erwägung gezogen werden.

Wissenswertes: Viele Gärtner, die Knoblauch anpflanzen, flechten das Laub der Pflanzen nach dem Trocknen zu kleinen Zöpfen. So lassen sich die Heilknollen beim Lagern besser aufhängen und das Schimmelrisiko wird gesenkt.

Vor dem Anbauen – Richtige Boden- und Sortenwahl bei Knoblauch

© Alexandr Blinov - Fotolia.com

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Wählen sie zum Anbauen von Knoblauch einen nährstoffreichen und durchlässigen Boden mit windgeschütztem Standort. Die Pflanzen sollten sich auch in Trockenperioden mit genügend Wasser versorgen lassen. Daneben ist es ratsam, zwischen Knoblauch und Kohlbeeten eine großzügige Distanz zu wahren, um beiden Gewächsen genügend Platz zur Entfaltung ihrer Knollen zu geben.

Bei der Auswahl der Knoblauchsorte sollten Sie auf die Verwendung von Zehen aus Lebensmittelgeschäften verzichten. Ihre Herkunft aus dem Mittelmeerraum macht die Knollen weniger resistent gegen Kälte, weshalb sie zum Pflanzen in Deutschland nicht sonderlich gut geeignet sind. Zu empfehlen sind folgende Sorten:

  • Allium angulosum – Die Knoblauchsorte wächst in Sibirien und ist demnach außergewöhnlich winterhart.
  • Allium tuberosum – Dieser Knoblauch ist zwar winterhart, benötigt jedoch viel Wasser und Nährstoffe. Auch müssen Pflanzen der Gattung tuberosum nach vier Jahren umgesetzt werden.
  • Sultop – Die Zehen des Sultop Knoblauch überstehen selbst hohe Minusgrade problemlos und eignen sich daher ebenfalls zum Anpflanzen im Freien.

Knoblauch richtig anpflanzen – so geht’s

© beerfan - Fotolia.com

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Die Hauptwachstumsphase von Knoblauch ist der Winter. Aus diesem Grund ist es beim Pflanzen wichtig, das Anwurzeln der Zehen bis kurz vor den ersten Frost hinauszuzögern. Wer jedoch nicht ein Jahr auf seine Ernte warten möchte, der kann Knoblauchzehen auch früher anbauen. In Sachen Anpflanzen ergeben sich demnach zwei Optionen:


Pflanzen im Herbst: Traditionell wird Knoblauch von Anfang bis Mitte Oktober gepflanzt. Die Ernte im nächsten Sommer ist hier meist ertragreicher, da Knollen und Zehen dank der verlängerten Wachstumsperiode sehr groß werden.

Pflanzen im Frühling: Es ist auch möglich, die Knoblauch Ende Februar bis Anfang März zu pflanzen. Allerdings lassen sich diese erst im Spätsommer ernten und bilden für gewöhnlich kleinere Zehen aus als der Herbstwuchs. Es wird daher empfohlen, im Frühjahr nur große Knollen für den Anbau zu nutzen.


Unabhängig davon, welche Jahreszeit sie für das Anbauen Ihrer Knoblauchzehen wählen, gehen sie beim Pflanzen wie folgt vor:

  • Feuchten sie den zum Anbauen gewählten Erdboden ausreichend an.
  • Stecken Sie die Zehen mit der Spitze nach oben in Reihen mit einem Abstand von etwa 10 cm in die Erde.
  • Die Zehen sollten ca. 5 bis 7 cm tief in der Erde ruhen.
  • Für einen angemessenen Winterschutz sowie einen guten Wurzeltrieb bei Kälte ist es sinnvoll, den Knoblauch im Spätherbst mit Mulch und etwas Laub abzudecken.

Ernten können Sie Ihren Knoblauch ab Mitte Juli, sobald seine grünen Lauchblätter sich an den Spitzen gelblich färben. Wann genau man die Zehen am besten erntet, hängt dabei von den geschmacklichen Vorzügen des Gärtners ab. Ein verhältnismäßig mildes Aroma weist Knoblauch im Frühsommer auf. Eine Ernte im August ist hingegen besonders für Liebhaber des kräftigen Knoblauchgeschmacks zu empfehlen.

Fazit: Das Anbauen von Knoblauch ist unkompliziert, so lange man die richtige Sorte und den geeigneten Zeitpunkt für das Pflanzen sorgsam auswählt. Wer beim Anbau auf Nummer sicher gehen möchte, der sollte die Pflanzen im Herbst anbauen und ihr Wachstum im Winter durch schützende Mulchschichten unterstützen. Dann steht einer guten Ernte im Sommer nichts mehr im Wege.

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