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Hoffnung auf einen würdigen Tod –  die Hospizbewegung in Deutschland
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Hoffnung auf einen würdigen Tod – die Hospizbewegung in Deutschland

Schwer- und schwerstkranke Patienten haben oft Sorge, dass sie in den letzten Stunden ihres Daseins nur noch vegetieren – angeschlossen an einen riesigen Mechanismus aus lebenserhaltenden Maßnahmen und abgeschnitten von dem, was Leben eigentlich ausmacht. Auch viele Angehörige ertragen nur schwer, wenn die liebsten Familienmitglieder auf Intensivstationen und in Krankenhäusern leiden – denn in vielen Fällen ist keine Hoffnung mehr auf Heilung gegeben. Häufig verläuft das letzte Lebensstadium auch fernab von guten Freunden – diese erfahren dann vielleicht über Traueranzeigen, wie sie bei trauerkarten-Druck.com erhältlich sind oder durch Zeitungsannoncen über das Ableben des ehemals vielleicht treuen Begleiters.

Was ist so besonders an der Hospizbewegung? Und warum findet sie immer mehr Zulauf – wir geben einen Einblick in eine sensible Thematik.

Hospizbewegung – was ist das überhaupt?

Die Hospizbewegung Deutschland lässt sich auf die Gründung des ersten Hospizes 1986 zurückführen. 1992 folgte die Gründung einer bundesweiten Organisation, die sämtliche Hospize verwaltungstechnisch zusammenführte. Besonderer Handlungsbedarf ergab sich durch das Aufkommen der Immunschwächekrankheit AIDS und der nicht vorhandenen Heilungsmöglichkeit der daran Erkrankten.

Basis der Hospizarbeit

Unabhängig von weltanschaulichen und religiösen Prinzipien steht bei der Hospizarbeit der menschliche Umgang mit dem Sterben und dem Sterbenden im Vordergrund. Therapeutische Maßnahmen zur Heilung von Krankheiten sind daher nur von sekundärer Bedeutung – wichtiger für die Arbeit im Hospiz ist die Linderung von Schmerzen und belastenden Symptomen.

Daneben möchte die Hospizarbeit auch eine Unterstützung für Angehörige und Partner bieten. Auch diese werden in die Arbeit mit einbezogen und erfahren psychischen und tröstenden Beistand.

Neben stationären Hospizen hat sich in der Vergangenheit auch die Arbeit von ambulanten Hospizdiensten durchgesetzt. Diese werden oft privat finanziert oder gehören größeren Trägervereinen an. Auch kirchliche Verbände fungieren ab und zu als Träger von Hospizen – im ambulanten Bereich wirken sie vor Ort oder auch in ambulanten Örtlichkeiten.

Kosten & Finanzierung

Die oftmals hohen Kosten für Aufenthalte und Dienste der Hospize werden zum Teil durch die gesetzlichen Krankenkassen getragen. Ein eigens dafür verabschiedetes Gesetz regelt die Zuschüsse, die durch die Krankenkassen erfolgen. Weitergehende Kosten sind privat zu tragen – wobei gerade diese finanzielle Belastung am Lebensende häufig zu einem Problem wird.

Hospizvereine sind daher – wie viele andere private Institutionen – auf Spenden und Unterstützer angewiesen, die finanziell ihren Beitrag zum Unterhalt der Einrichtung leisten.

Würdiges Sterben

Die Einrichtung von Hospizen hat das Sterben auch ein stückweit aus dem Tabubereich der Gesellschaft herausgeholt. Sie sind daher uneingeschränkt zu unterstützen, da jeder potenziell diesbezüglich bedürftig werden kann. Ars moriendi – die „Kunst des Sterbens“ sollte gerade in einer modernen Gesellschaft aus mehr bestehen als aus einsamen Krankenhauszimmern.

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