Startseite » Multimedia » Die dunkle Seite des 3D-Drucks
Die dunkle Seite des 3D-Drucks

Die dunkle Seite des 3D-Drucks

Inzwischen ist es längst Realität: Druckauftrag starten – und kurze Zeit später spuckt eine Maschine den gewünschten Gegenstand aus. Nachdem 3D-Drucker lange fast ausschließlich in der Industrie eingesetzt wurden, gibt es seit einigen Jahren zunehmend günstige Modelle für kleine Firmen und Privatverbraucher. Der 3D-Druck birgt aber auch Risiken.

Ungeahnte Möglichkeiten

Ganz so ausgefeilt wie die Wundermaschine „Replikator“ aus „Raumschiff Enterprise“ sind 3D-Drucker zwar noch nicht. Was moderne Geräte leisten, ist aber schon erstaunlich. Modelle für kleine Büros, die sich ideal für Experimente mit Produkt-Designs eignen, gibt es beispielsweise beim Elektronikhändler reichelt bereits ab 300 Euro. Wer sich selbst keinen 3D-Printer anschaffen möchte, gibt den Auftrag einfach an einen Online-Dienst heraus, der das gewünschte Modell ausdruckt und zuschickt.

Die rasanten technischen Fortschritte im 3D-Druck ermöglichen Designern und Ingenieuren ganz neue Perspektiven. Die Erstellung von Prototypen nimmt viel weniger Zeit in Anspruch als früher. Auch für Privatpersonen ergeben sich revolutionäre Möglichkeiten: Ersatzteile aus Plastik wie etwa ein neuer Batteriefachdeckel für die TV-Fernbedienung können sie sich einfach selbst ausdrucken. Weitere Anwendungsbeispiele sind der Druck von Spielzeug, Geschirr, Behältern und Verpackungen.

In der Industrie erzeugen 3D-Druckmaschinen inzwischen sogar Endprodukte, denn hier kommen neben Kunststoff weitere Materialien wie Glas, Metalle, Keramik und Papier zum Einsatz. Produziert werden beispielsweise bereits Teile für die Raumfahrt und für die Automobilindustrie. Bald soll es sogar möglich sein, Knochen, Haut und Organe herzustellen. Bislang erweist sich die beschränkte Materialauswahl als größter Hemmschuh. Doch die Technik schreitet mit Riesenschritten voran. So sind 3D-Drucker in der Lage, immer mehr schweißbare Werkstoffe zu verarbeiten, gleichzeitig werden sie durch bessere Laser immer schneller. Doch beim 3D-Druck ist nicht alles Gold was glänzt, die Technik hat auch ihre dunklen Seiten.

Raubkopien der dritten Dimension

Urheberrechtsverletzungen sind ein großes Thema. Die Gefahr: Gerät ein Design in Umlauf, kann sich jeder das entsprechende Produkt einfach ausdrucken, anstatt es zu kaufen. Vorstellbar ist sogar, dass Nutzer eine verbesserte Version eines Produkts entwickeln und diese veröffentlichen – für die Industrie ein Albtraum. Dabei handelt es sich keinesfalls um dunkle Zukunftsvisionen: So gab es bereits Klagen von Herstellern gegen Besitzer von sogenannten Makerbots, 3D-Drucker des gleichnamigen US-Herstellers. Der Vorwurf: die Verletzung von Markenrechten. Und auf „Piratebay“, einer einschlägig bekannten Website für Raubkopien aller Art, gibt es inzwischen sogar eine eigene Rubrik für Gegenstände („Physibles“). Hier stehen Baupläne zum Download bereit, die sich mithilfe von 3D-Druckern in reale Gegenstände umwandeln lassen.

Waffen drucken für jedermann

Die Fortschritte bei der Materialverarbeitung ermöglichen sogar den Druck von funktionsfähigen Schusswaffen. Auch diese Gefahr ist real. So gelangten Baupläne der Kunststoffwaffe „Liberator“ ins Netz, einer 9-Millimeter-Kaliber Pistole. Tests zeigten, dass die Waffe tatsächlich in der Lage ist, tödliche Schüsse abzugeben. Der Bauplan wurde über 100.000-mal heruntergeladen, obwohl die US-Regierung die Verbreitung untersagte.

Gesundheitsgefährdung durch Nanopartikel

Ein weiteres Problem beim 3D-Druck: US-Wissenschaftler haben herausgefunden, dass 3D-Drucker Nanopartikel ausstoßen, die sich im Körper anlagern können – ein potenzielles Gesundheitsrisiko.

Die dunkle Seite des 3D-Drucks
4.07 (81.33%) 15 Artikel bewerten