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Aufgeklärt: Fünf Mythen rund um die Prepaid Kreditkarte

Aufgeklärt: Fünf Mythen rund um die Prepaid Kreditkarte

Die Prepaid Kreditkarte wird häufig als kleine Schwester der Kreditkarte angesehen und demensprechend abgewertet. „Prepaid Kreditkarten sind keine echten Kreditkarten“, „eignen sich nur für Schufa-Sünder“ und „sind völlig überteuert“ sind nur einige der Mythen, die sich hartnäckig um die Kreditkarte auf Guthabenbasis ranken. Wir sind den Mythen auf die Spur gegangen und zeigen, was stimmt und was nicht.

Gold-Kreditkarte

Gold Kreditkarte © svort

Mythos 1: Keine echte Kreditkarte

Jein. Eine Prepaid Kreditkarte funktioniert auf Guthabenbasis, einen „Kredit“ wie bei klassischen Kreditkarten gibt es also nicht. Während man herkömmliche Kreditkarten auch mal überziehen kann, kann man bei der Prepaid-Variante nur so viel Geld ausgeben, wie im Vorfeld auf die Karte geladen wurde. Ansonsten steht die Prepaid Karte ihrer „großen Schwester“ in nichts nach: Es handelt sich um vollwertige Visa oder MasterCard-Kreditkarten, die weltweit eingesetzt werden können und alle Funktionen einer Kreditkarte besitzen. Selbst wenn der Name Prepaid „Kredit“-Karte nicht ganz stimmt, erfüllt sie doch ihre Aufgabe als international akzeptiertes Zahlungsmittel.

Mythos 2: Nur für Menschen mit schlechter Bonität

Keineswegs. Prepaid Kreditkarten sind zwar tatsächlich ohne Schufa-Abfrage erhältlich und deshalb auch für Personen mit einer schwachen Kreditwürdigkeit erhältlich, trotzdem eignen sie sich nicht nur für Schufa-Sünder. Die Prepaid Kreditkarte gehört zu den sichersten Zahlungsmitteln überhaupt. Durch den fehlenden Kreditrahmen besteht keine Gefahr, die Karte bis aufs Äußerste zu überziehen. Sollten die Kreditkarte beziehungsweise die Kartendaten mal in falsche Hände geraten, können die Betrüger „nur“ über den Betrag verfügen, der sich gerade auf der Karte befindet. Gerade auf Reisen oder beim Online-Shopping lohnt es sich mit einer Kreditkarte auf Guthabenbasis auf Nummer sicher zu gehen. Auch für Kinder und Jugendliche sind sie der perfekte Einstieg ins bargeldlose Bezahlen!

Autoschlüssel

Autoschlüssel © pix4U

Mythos 3: Geringere Akzeptanz

Stimmt teilweise. Wie bereits erwähnt, kommen die meisten Prepaid Kreditkarten von Visa und MasterCard – den beiden größten Kreditkartengesellschaften weltweit. Mit jeweils über 38 Millionen Akzeptanzstellen und Millionen von Geldautomaten muss man mit einer Prepaid Visa oder MasterCard garantiert niemals auf dem Trockenen sitzen. Trotzdem kann es vor allem bei Autovermietungen zu Einschränkungen kommen. Dies hängt in erster Linie damit zusammen, dass Prepaid Kreditkarten keinen Kreditrahmen haben. Der Kreditrahmen dient den Autovermietungen als Deckungsgarantie und somit im Schadensfall als Sicherheit.Wie ein Test zeigt, gibt es aber auch Autovermietungen, die die Prepaid Kreditkarte akzeptieren.

Mythos 4: Prepaid Kreditkarten sind unflexibel

Stimmt nicht. Viele halten guthabenbasierte Kreditkarten für unflexibel, weil man sie immer wieder aufladen muss. Dabei ist die Aufladung kostenlos und binnen weniger Sekunden möglich. Die einfachste Möglichkeit, seine Prepaid Kreditkarte aufzuladen ist die Aufladung via Überweisung. Ist das Guthaben mal schneller aufgebraucht als gedacht, ist es selbst auf Reisen möglich, die Karte über Online-Banking wieder mit Guthaben aufzuladen. Wer bereits vor einer Reise weiß, dass er im Zielland keinen Internetzugang haben wird, sollte sich im Vorfeld ausreichend Geld auf die Kreditkarte überweisen. Manche Karten können sogar über Sofortüberweisung aufgeladen werden, so dass der Betrag sofort verfügbar ist. Natürlich bleibt einem das Aufladen bei einer herkömmlichen Kreditkarte erspart, dafür bietet die Prepaid-Variante aber mehr Sicherheit.

Kreditkarte

Person With Credit Card And Mobile Phone © Andrey Popov

Mythos 5: Teurer als „normale“ Kreditkarten

Stimmt. Während es zahlreiche vermeintlich kostenlose Kreditkarten gibt, ist eine kostenfreie Prepaid Kreditkarte äußerst selten zu finden. Banken wollen an den Karten natürlich auch etwas verdienen. Bei klassischen Kreditkarten verdienen Banken in erster Linie an den Überziehungszinsen oder an den Gebühren für den Karteneinsatz. Streng genommen sind herkömmliche Kreditkarten also auch nicht kostenlos. Es wird lediglich keine Jahresgebühr verlangt, wie es bei Prepaid Kreditkarten in der Regel der Fall ist. Man muss mit einer Jahresgebühr zwischen 15 und 30 Euro rechnen, auch können Kosten für Bargeldabhebungen und den Einsatz in Fremdwährung anfallen. Hier lohnt es sich, die Konditionen der verschiedenen Karten miteinander zu vergleichen und das Angebot zu wählen, das am besten zu den persönlichen Anforderungen passt. Wer die Prepaid Kreditkarte vor allem für das Online-Shopping braucht, muss beispielsweise nicht so sehr auf die Auslandseinsatzgebühr achten wie jemand, der die Karte hauptsächlich im Urlaub nutzen möchte.

Fazit:

Fakt ist: Die Mythen rund um die Prepaid Kreditkarte sorgen vor allem für eins – einen schlechten Ruf. Dabei hat die Karte zahlreiche Vorteile und eignet sich für viele verschiedene Situationen und Zielgruppen. Die Mythen fußen vor allem auf dem Vergleich mit herkömmlichen Kreditkarten, dabei wird immer wieder vergessen, dass die Prepaid Kreditkarte ein eigenständiges Produkt darstellt.

Aufgeklärt: Fünf Mythen rund um die Prepaid Kreditkarte
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